Die feierliche Einweihung neuer Planetarien in Düsseldorf, Barmen und Leipzig bietet den willkommenen Anlass, auf die gewaltigen Fortschritte dieses ungemein anziehenden Anschauungsmittels hinzuweisen.[1] Innerhalb kürzester Zeit hat sich diese technische Neuerung einen festen Platz im öffentlichen Interesse und in der Volksbildung erobert.[1]
Welch hohes Ziel dieser Pflegestätte der Himmelskunde zugedacht ist, hob der Oberbürgermeister von Barmen in seiner Weiherede nachdrücklich hervor.[1] Dem Westfälischen Merkur zufolge betonte er, dass man der Bevölkerung gerade in der heutigen Zeit, die stark verflachend und materiell eingestellt sei, ein wertvolles Bildungsmittel zuführen müsse.[1] Dieses solle den Sinn über das Alltägliche erheben und einem tiefen menschlichen Sehnen entsprechen.[1] Allerdings erhielt die Feierlichkeit in Barmen einen schrillen Misston durch die Agitation lokaler Kommunisten.[1] Sie bildeten an der Freitreppe eine Gasse und überschütteten die Festgäste mit politischen Phrasen.[1]
Dennoch ist der Gesamteindruck der neuen Anlagen unbestreitbar überwältigend.[1] Bereits nach wenigen Sekunden des Schauens erliegt der Betrachter der vollkommenen Illusion, unter einem ungetrübten, freien Sternenhimmel zu sitzen.[1] Das Projektionsgerät, "das wie ein Meeresungeheuer mit vielen Dutzenden von Glotzaugen" anmutet, ist fahrbar konstruiert. Dadurch kann der Raum anderweitig genutzt werden.[1] Wie die westfälische Zeitung weiter meldet, zerstreut die 25 Meter durchmessende Kuppel mit ihrer Bespannung aus rund 1000 Quadratmetern Leinenstoff den Schall derart vortrefflich, dass von jedem der 200 Plätze nicht nur der Vortragende einwandfrei verstanden wird, sondern auch musikalische Darbietungen in allen Feinheiten genossen werden können.[1]
Derzeit befinden sich insgesamt 26 Planetarien im Bau, darunter auch einige für das Ausland.[1] Ein besonderer Vorzug der Apparatur besteht darin, dass sie unabhängig von der geografischen Breite des Aufstellungsortes arbeitet.[1] Somit lassen sich auch bei uns unsichtbare südliche Sternbilder, das Lichtband der Milchstraße sowie das seltene Tierkreislicht naturgetreu an das künstliche Himmelsgewölbe projizieren.[1]