Ein schwerer tropischer Wirbelsturm, der sich über dem Karibischen Meer gebildet hatte, ist in den vergangenen Tagen mit katastrophaler Wucht auf die Ostküste des amerikanischen Bundesstaates Florida getroffen.[1]

Nach Berichten der Washington Post traf der Orkan bereits am Montagnachmittag in West Palm Beach ein und setzte sein Zerstörungswerk bis tief in die Nacht fort.[1] Am darauffolgenden Morgen trat zunächst eine vorübergehende Windstille ein. Der Sturm frischte jedoch bald darauf mit erneuter Kraft auf.[1] Dächer wurden abgedeckt, Fensterscheiben zertrümmert und Schilder auf die Straßen geschleudert.[1] Am Nachmittag kam es nach einer weiteren kurzen Beruhigung erneut zu schweren Böen, die die Region erfassten.[1]

Die durch den Sturm verursachten Verwüstungen sind von erheblichem Ausmaß; laut den Meldungen beläuft sich der Sachschaden allein in Palm Beach und West Palm Beach auf über eine Million Dollar.[1] Besonders hart traf es die Küstenanlagen sowie die Gewässer zwischen den beiden Städten.[1] Im Lake Worth sanken nicht weniger als vierzig Jachten und Hausboote in den tosenden Fluten.[1] Außerdem wurde die hölzerne Brücke, die über den See führte, von den Wassermassen vollständig weggespült.[1] Auch die Orte Delray und Pompano, die sich unmittelbar in der Zugbahn des Unwetters befanden, melden starke Beschädigungen.[1]

Besondere Besorgnis ruft derweil das Schicksal der Schifffahrt vor der Küste hervor.[1] Wie die Funkstation in Miami mitteilt, gilt der italienische Dampfer Ansaldo San Giorgio Secondo, der vor dem Jupiter Inlet in den Orkan geriet, als vermisst.[1] Der Dampfer Gulf of Mexico suchte in der Nacht vergeblich, mit großen Scheinwerfern die See ab, auf der das italienische Schiff zuletzt bei Tageslicht gesichtet worden war.[1] Auch der amerikanische Frachter West Hanshaw meldete an die Küstenwache, dass er das vermisste Schiff trotz klarer Sicht nicht ausmachen konnte.[1]

Unterdessen bewegt sich das Zentrum des Sturms weiter in nördlicher Richtung entlang der amerikanischen Atlantikküste.[1] Aus Jacksonville wurde gemeldet, dass der Wind dort Geschwindigkeiten von bis zu hundert Meilen pro Stunde erreichte und dass die Schifffahrt auf seiner weiteren Zugbahn in höchste Bedrängnis geraten sei.[1]