Nach dem plötzlichen Tod von Felix Dserschinski (Feliks Dserschinski) ist die Frage seiner Nachfolge an der Spitze der sowjetischen Staats- und Geheimpolizei rasch geklärt worden. Wjatscheslaw Menschinski (Wjatscheslaw Menschinski) wurde offiziell zum neuen Vorsitzenden der GPU ernannt.[1] Dieser Beschluss der sowjetischen Führung überrascht die politischen Beobachter in Moskau kaum, da Menschinski bereits seit geraumer Zeit als erster Stellvertreter Dserschinskis amtierte.[2] Während der häufigen krankheitsbedingten Abwesenheiten seines Vorgängers hatte er die laufenden Geschäfte der Behörde eigenverantwortlich geführt.[1]
Die Ernennung bedeutet aller Voraussicht nach eine unbedingte Fortsetzung der bisherigen Linie in der sowjetischen Innenpolitik.[2] Menschinski gilt in Parteikreisen als bedächtiger, aber äußerst loyaler Organisator. Er wird den von Dserschinski über Jahre hinweg geformten Überwachungsapparat ohne Systembrüche weiterführen.[1] Währenddessen richten sich die Blicke nun auf die Umbesetzungen der nachgeordneten Posten innerhalb der Behörde. Diese werden durch das Aufrücken Menschinskis an die oberste Stelle notwendig.[2]