In den Reihen der American Legion, der einflussreichen Veteranenorganisation der Vereinigten Staaten, ist ein bemerkenswerter Konflikt ausgebrochen, der nun landesweites Aufsehen erregt. Wie die Washington Post berichtet, werden schwere Vorwürfe gegen Joseph J. Idler, den Adjutanten der Legion im Regierungsbezirk Columbia, erhoben.[1] Er soll unzulässige politische Propaganda betrieben haben, um die Ernennung von Kapitän Julius I. Peyser zum Distriktkommissar zu erwirken.[1]

Idler wird konkret beschuldigt, Adjutanten in zahlreichen Bundesstaaten aufgefordert zu haben, direkt an Präsident Coolidge zu schreiben und sich für Peysers Kandidatur nachdrücklich einzusetzen.[1] Gestern wurde ein formeller Protest gegen dieses Vorgehen per Telegramm an das Hauptquartier der Legion in Indianapolis gerichtet.[1] Absender der Beschwerde ist William F. Franklin. Er ist der Adjutant des Vincent-B.-Costello-Postens, dem auch Kapitän Peyser angehört.[1]

Franklin bezieht sich bei seiner Anzeige auf die parlamentarische Gründungsakte der Organisation. Deren sechster Artikel untersagt jede parteipolitische Einmischung ausdrücklich.[1] Die Veteranenvereinigung muss demnach streng unpolitisch bleiben; sie darf keinesfalls Kandidaten unterstützen, die ein öffentliches Amt anstreben.[1] Gerüchte, Idler wolle die Legion gezielt für Peysers Bestrebungen nutzen, kursierten in Washington bereits seit längerem. In der offiziellen Beschwerde erreichen sie nun ihren vorläufigen Höhepunkt.[1]