In einer Epoche, in der die Metropolen oft von eisiger Hetze und Lärm geprägt sind, weht durch Berlin noch immer die Atmosphäre einer bedeutenden Jahrhundertvergangenheit.[1] In dieser Stadt haben sich zahlreiche Entwicklungen in Literatur, Kunst und Wissenschaft vollzogen. Sie verleihen Berlin dauerhaft einen romantischen Hauch.[1] Genau auf diesem traditionsreichen Boden entbrennt nun ein juristischer Konflikt um das deutsche Dichtererbe. Nach Berichten der Badischen Presse landet der Streit um die wertvollen Manuskripte von Heinrich von Kleist vor Gericht, da Emil Schering offiziell Klage gegen Tieck eingereicht hat.[1]

Das literarische Feuilleton der Kölnischen Zeitung widmet sich den tieferen Dimensionen solcher kulturellen Auseinandersetzungen.[2] Es sind vor allem die kulturellen Beziehungen und das historische Bewusstsein, die abseits des Alltags eine sichere Grundlage für das bleibende Verständnis einer Nation schaffen.[2] Die Bewahrung der Kunstwerke aus der Vergangenheit ist nicht nur auf wenige Jahre angelegt, sondern auf die Nachwelt.[1] Aus diesem Grund blickt die literarische Welt mit größter Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Prozess. Dieser muss verbindlich entscheiden, in wessen Hände die Papiere des Dramatikers künftig gelegt werden.[1]