Aus Südchina erreichen uns Nachrichten von besorgniserregender Schwere. Sie werfen erneut ein bezeichnendes Licht auf die extrem unsicheren Seewege der Region. Wie der Hong Kong Telegraph meldet, fiel ein unter norwegischer Flagge fahrender Dampfer einem bewaffneten Überfall zum Opfer. Es handelt sich um einen Vorfall, der diplomatische Verwicklungen nach sich ziehen dürfte.[1]
Das noch unbenannte Schiff befand sich auf der regulären Route von Shanghai nach Südchina, als sich der Übergriff ereignete.[1] Am frühen Dienstagmorgen erreichte der Dampfer die Gewässer in unmittelbarer Nähe der historisch bedeutsamen Bocca-Tigris-Forts am Perlfluss.[1] Laut dem Bericht wurde das Schiff durch direkten Beschuss aus den Befestigungsanlagen gezwungen, beizudrehen und die Fahrt umgehend zu unterbrechen.[1]
Anschließend enterten bewaffnete Kräfte das norwegische Schiff, das zwei Tage lang in der Nähe der Forts widerrechtlich festgehalten wurde.[1] Während dieser andauernden Zwangsankernahme entwendeten die Angreifer eine beträchtliche Menge der geladenen Fracht und brachten sie von Bord.[1] Erst nach diesem Akt offener Piraterie durfte die verängstigte Besatzung den Anker wieder lichten und flussaufwärts den Hafen von Whampoa ansteuern.[1]
Nach der Ankunft in Whampoa wurde der eklatante Vorfall umgehend den zuständigen Behörden in Kanton gemeldet.[1] Der Zolldirektor in Kanton hat sich der Angelegenheit unverzüglich angenommen. Er leitet gegenwärtig eine umfassende Untersuchung der Begleitumstände ein.[1]