Die preußische Staatsregierung hat ein entschlossenes Vorgehen gegen extremistische Umtriebe eingeleitet und die Auflösung der Ortsgruppe Hindenburg des Roten Frontkämpferbundes verfügt.[1] Wie die Kölnische Zeitung meldet, wird diese administrative Maßnahme von den Betroffenen, wie nicht anders zu erwarten war, als ein reiner Willkürakt der Obrigkeit hingestellt.[1]
In einer offiziellen Erklärung behauptet die Bundesleitung der paramilitärischen Organisation, dass sie auf Grundlage ihrer Statuten jede illegale Bewaffnung und die militärische Ausbildung ihrer Mitglieder strikt ablehne.[1] Die Führung beteuert außerdem, Kameraden, die nachweisbar gegen diesen grundlegenden Punkt des Statuts verstoßen haben, seien in jedem bekanntgewordenen Fall unverzüglich aus den Reihen des Bundes ausgeschlossen worden.[1]
Die Langmut und Nachsicht, die der preußische Innenminister Severing seinen — wie es in Regierungskreisen heißt — „ungezogenen politischen Kindern“ bisher gezeigt hat, lässt diese Beteuerungen jedoch in einem eigentümlichen Licht erscheinen.[1] Der Minister hat nach längerem Zögern nun ein hartes Verbot verhängt. Dies legt nach Ansicht von Beobachtern nahe, dass die Ortsgruppe in Hindenburg in letzter Zeit besonders auffällig gehandelt haben muss.[1]
Trotz der Dementis aus der Zentrale des Roten Frontkämpferbundes sprechen die Tatsachen eine andere Sprache. Die militärischen Übungen vieler anderer Ortsgruppen, die offen zutage treten, und die straffe militärische Organisation des gesamten Bundes lassen in der Öffentlichkeit kaum Zweifel an seiner Bestimmung aufkommen.[1] Das rücksichtslose Auftreten dieser Organisation in der Öffentlichkeit zeigt deutlich, welche Aufgaben diese Formation im Ernstfall übernehmen soll.[1]