Die Ostasien-Expedition der Deutschen Lufthansa hat ihr ehrgeiziges Ziel erreicht. Am 30. August um 3 Uhr nachmittags setzten die beiden Großflugzeuge sicher auf dem Flugfeld in Peking auf.[1] Unter der versierten Führung von Dr. Robert Knauss und von Winterfeldt bewältigten die Besatzungen die 10.000 Kilometer lange Distanz von der deutschen zur chinesischen Hauptstadt über Irkutsk in lediglich zehn Tagesetappen.[1]

Der Empfang in Peking gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung.[1] Einer Einladung der Lufthansa waren 1400 führende Persönlichkeiten gefolgt. Zugleich harrte eine Menschenmenge von mehreren Tausend aus, um die Ankunft der deutschen Maschinen mitzuerleben.[1] Wie bereits auf sämtlichen vorherigen Stationen ihres Weges wurden die Flieger auch hier herzlich begrüßt.[1] Zu Ehren der Besatzungen gab der deutsche Gesandte am Montagabend ein offizielles Essen.[1]

Die Deutsche Allgemeine Zeitung zieht aus diesem Erfolg weitreichende Schlüsse für den künftigen Weltverkehr. Auf Grund der nun vorliegenden Ergebnisse dürfte sich die Reisezeit auf der Strecke Berlin—Peking im Rahmen eines regelmäßigen Luftverkehrs auf fünf Tage belaufen.[1] Gegenüber der heutigen Eisenbahnfahrzeit von 17 Tagen bedeutet dies einen gewaltigen Fortschritt.[1] Dabei ist zu berücksichtigen, dass künftige Nachtflüge eine weitere wesentliche Verkürzung der Reisedauer erbringen werden.[1]

Dass die deutsche Luftfahrtgesellschaft ihre technische Vorreiterrolle auf breiter Front ausbaut, zeigt auch eine parallele Meldung aus Großbritannien. Am selben Tag traf auf dem Londoner Flugplatz Croydon nach einer Zwischenlandung in Amsterdam das erste Albatros-Flugzeug der Lufthansa mit einer Schlafvorrichtung aus Berlin ein.[1]