Die mexikanische Situation erfordert erneut die ungeteilte Aufmerksamkeit des amerikanischen Präsidenten Calvin Coolidge.[1] Wie die Washington Post meldet, wird der Präsident am morgigen Tage James A. Flaherty zu einer persönlichen Unterredung im Weißen Haus empfangen.[1] Flaherty tritt als führender Vertreter der Kolumbusritter auf. Er beabsichtigt, eine eingehende Erörterung der gegenwärtigen Zustände in der südlichen Nachbarrepublik herbeizuführen.[1]
Der bevorstehende Empfang in der amerikanischen Hauptstadt geht auf ein direktes Ersuchen Flahertys zurück. Dieser war bereits in jüngerer Vergangenheit im Washingtoner Außenministerium vorstellig geworden und hatte dort die Lage ausführlich mit dem amerikanischen Außenminister Frank B. Kellogg besprochen.[1] Gegenstand der damaligen wie auch der nun geplanten diplomatischen Bemühungen ist eine Resolution von erheblicher politischer Tragweite. Diese Resolution, die von der einflussreichen katholischen Laienorganisation unlängst beschlossen wurde, fordert eine amerikanische Intervention in Mexiko.[1]
Nach Angaben des Washingtoner Blattes zielt die Initiative der Kolumbusritter darauf ab, den physischen Schutz der katholischen Geistlichkeit in Mexiko durch ein formelles amerikanisches Eingreifen zu gewährleisten.[1] Die Vertreter der Kirche befinden sich jenseits der Grenze in einem schweren und zunehmend schärfer geführten Konflikt mit den weltlichen Behörden unter Führung des mexikanischen Präsidenten Plutarco Elías Calles.[1]