Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den Direktoren der Washingtoner Lichtspielhäuser und der Gewerkschaft der Filmvorführer sind erfolgreich abgeschlossen worden.[1] Damit ist der drohende Streik in der amerikanischen Hauptstadt abgewendet.[1] Nach zweiwöchigen Beratungen der beiderseitigen Tarifkommissionen stimmten sowohl die Theaterleiter als auch die Angestellten einem Kompromiss zu, der auf beiden Seiten weitreichende Zugeständnisse enthält.[1]

Unter dem alten, am Dienstag um Mitternacht ausgelaufenen Vertrag erhielten die Vorführer in den großen Häusern eine Höchstgage von 65 Dollar für eine 44-Stunden-Woche. Dabei waren stets drei Mann im Vorführraum tätig.[1] Die Gewerkschaft hatte eine Arbeitsniederlegung angedroht und gefordert: 75 Dollar bei einer auf 40 Stunden verkürzten Arbeitswoche sowie die Einstellung eines vierten Mannes.[1]

Wie die Washington Post unter Berufung auf den Vorsitzenden der Arbeitgeberkommission, A. Julian Brylawski, meldet, sieht die Einigung eine differenzierte Lösung vor.[1] Die Großkinos Metropolitan, Palace und Rialto behalten den alten Lohnsatz bei, gewähren jedoch die 40-Stunden-Woche und einen vierten Vorführer.[1] Dadurch werden nun ununterbrochene sechsstündige Schichten möglich, und die bisherigen geteilten Dienste entfallen.[1] Das Columbia-Theater gewährt hingegen eine wöchentliche Lohnerhöhung von zehn Dollar bei einer 50-Stunden-Woche und drei Mann Besatzung.[1] Für kleinere Abendtheater wurden Lohnerhöhungen von fünf bis zehn Prozent bei gleichbleibender Arbeitszeit vereinbart.[1]