Die mexikanische Regierung hat ein neues föderales Kolonisationsgesetz erlassen, das eine weitreichende agrarische Neuordnung des Landes einleitet.[1] Wie die Los Angeles Times berichtet, richtet sich das Gesetzeswerk an einheimische sowie an qualifizierte ausländische Landwirte. Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen des Landes systematisch zu erschließen.[1] Die Regierung erwartet, mit diesem Programm eine neue Ära der Produktion einzuleiten. Diese soll eine Entwicklung bisher ungenutzter Ländereien und Gewässer einschließen.[1]

Jeder Siedler oder jede Familie, die sich in einer staatlich autorisierten landwirtschaftlichen Kolonie niederlassen möchte, ist nach dem neuen Gesetz verpflichtet, eine Summe von 1000 Pesos — was etwa 500 Dollar entspricht — bei der nationalen Landwirtschaftskreditbank zu hinterlegen.[1] Das Gesetz zielt unmissverständlich darauf ab, vorübergehende Bodenspekulanten und abwesende Großgrundbesitzer auszuschalten.[1] Die Bestimmungen verlangen eine direkte persönliche Bewirtschaftung oder zumindest eine strikte Aufsicht über die zugeteilten Parzellen.[1] Um dies durchzusetzen, behält sich der Staat vor, Großgüter zu enteignen, falls diese nicht zu mindestens 80 Prozent ihrer Kapazität unter direkter Leitung der Eigentümer landwirtschaftlich entwickelt werden.[1] Ausländische Pioniere, die von den staatlichen Bodenangeboten profitieren wollen, müssen sich verpflichten, innerhalb von sechs Jahren die mexikanische Staatsangehörigkeit anzunehmen.[1]

Die wirtschaftlichen Aussichten der Kolonisation werden als günstig eingeschätzt. Dem Bericht zufolge sind die Ländereien deutlich kostengünstiger zu erwerben als vergleichbare Böden in den Vereinigten Staaten oder Europa.[1] Die klimatischen Vorzüge gestatten außergewöhnlich frühe Ernten. Melonen können bereits im November und Wintertomaten im Dezember exportiert werden.[1] Allein in der vergangenen Saison baute Mexiko auf 50.000 Acres Wintertomaten und Gemüse für den nordamerikanischen Markt an; dies entsprach einer Verladung von knapp 5000 Waggons.[1] Der landwirtschaftliche Reichtum ist beträchtlich: Eine einzige Region verfügt in ihren großen Flusstälern über mehr als fünf Millionen Acres an bewässerbarem Land.[1] Hinzu kommen ausgedehnte subtropische Ebenen, die bis ans Meer reichen und aufgrund natürlicher Unterbewässerung geringe anfängliche Erschließungskosten erfordern.[1]

Die Siedler sollen mit ihren mexikanischen Nachbarn eng zusammenarbeiten.[1] Die Regierung erwartet von dieser Politik die Festigung eines unabhängigen Bauernstandes, der künftig als wirtschaftliches Rückgrat des Landes dienen soll.[1]