— Die Lage in Griechenland bleibt in höchstem Maße unklar, da tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zwischen General Kondilis (Georgios Kondylis) und den zivilen Parteiführern fortbestehen.[1] Wie das Hufvudstadsbladet meldet, hat dieser offene Konflikt bereits ein geplantes Koalitionskabinett vereitelt.[1] Der frühere Ministerpräsident Kasandaris (Georgios Kafandaris) richtet scharfe Angriffe gegen Kondilis, der ebenso wie sein gestürzter Vorgänger Pangalos (Theodoros Pangalos) unter dem Einfluss militärischer Kreise stehe.[1] Dem General wird zudem vorgeworfen, Offiziere zu schützen, die sich gemeinsam mit Pangalos unrechtmäßiger Handlungen schuldig gemacht haben sollen, und die gerichtliche Ahndung dieser Taten zu verzögern.[1] Radikale Stimmen fordern indessen für Pangalos sogar die Hinrichtung, um künftige Diktatoren abzuschrecken.[1]
Um der wachsenden Unruhe entgegenzutreten, veröffentlichte die Agence d’Athènes ein kategorisches Dementi.[2] Dem Hamburger Echo zufolge bestreitet die Agentur nachdrücklich alle Berichte über Unzufriedenheit im Offizierkorps.[2] Die Disziplin in der Armee sei ausgezeichnet, und kein Offizier gedenke, sich in politische Angelegenheiten einzumischen.[2] Auch General Plastiras (Nikolaos Plastiras) erklärte von seinem thessalischen Geburtsort aus, er habe keinerlei politische Ambitionen.[2]
Trotz dieser offiziellen Beschwichtigungen bleibt die Skepsis bestehen.[2] Aus dem Umfeld des Politikers Venizelos (Eleftherios Venizelos) verlautet, dass dieser an der innenpolitischen Situation verzweifle und die Wiederherstellung der Monarchie vorbereiten wolle.[1] Kasandaris betonte jedoch in einem Interview, er wolle Kondilis nicht durch eine Gegenrevolution stürzen, sondern das Ergebnis der kommenden Wahlen abwarten.[1] Beobachter wie das Hamburger Echo äußern dennoch massive Zweifel an der sogenannten ‚demokratischen Revolution‘ des Generals.[2] Sie warnen eindringlich: Solange das Militär im Staate politisch tätig sei, seien weitere Militärrevolten jederzeit möglich.[2]