Die innenpolitische Lage in Persien wird durch eine erneute bewaffnete Erhebung erschüttert.[1] Nach zuverlässigen Meldungen aus der persischen Hauptstadt hat sich ein neuer Kurdenaufstand gegen die Regierung formiert.[1] Wie die Prawda unter Berufung auf die Telegrafenagentur der Sowjetunion meldet, richtet sich die Rebellion der kurdischen Stämme direkt gegen die Autorität des Teheraner Kabinetts.[1]

Als treibende Kraft und Anführer des Aufstandes hat sich Salar-ed-Dowleh (Salar al-Dawla) an die Spitze der militanten Bewegung gestellt.[1] Besondere Brisanz erhält der militärische Konflikt durch die Einbeziehung ausländischer Akteure.[1] Aus den Berichten des Moskauer Blattes geht hervor, dass die aufständischen Formationen während ihrer Operationen von zwei britischen Militärberatern begleitet werden.[1] In den politischen Kreisen Teherans verfolgt man diese Entwicklungen mit wachsendem Misstrauen.[1] Dort ist die Überzeugung entstanden, dass englische politische Agenten systematisch hinter den Unruhen stehen.[1]

In der persischen Hauptstadt herrscht die Ansicht vor, dass britische Stellen das Vorgehen der kurdischen Feudalherren, welche sich gegen den Einfluss der Zentralmacht wenden, nicht nur wohlwollend dulden, sondern die Bewegung künftig auch maßgeblich unterstützen und finanzieren werden.[1] Diese schwerwiegenden Anschuldigungen verdeutlichen die diplomatische Nervosität in Teheran. Einflussreiche Kreise geben offenbar ihrer Befürchtung Ausdruck, dass britische Interessenvertreter die staatliche Festigung Persiens durch gezielte Unterstützung regionaler Separatisten untergraben möchten.[1]