In der amerikanischen Hauptstadt hat der Ku-Klux-Klan am Dienstag seine dritte zweijährliche Generalversammlung eröffnet, die intern als „Klanvokation“ bezeichnet wird.[1] Dem Hong Kong Telegraph zufolge fand am Montag ein aufsehenerregender Aufmarsch statt, bei dem Tausende weißgewandeter Anhänger des Geheimbundes durch die Hauptstraßen Washingtons zogen.[1] Die Namen der Anwesenden werden streng geheim gehalten, obwohl die Teilnehmerzahl in die Tausende ging.[1] Die Pressestelle der Organisation hat Reportern jedoch den Zugang zu den öffentlichen Veranstaltungen gestattet.[1]
Der ideologische Kurs der Bewegung zeigt sich in einer aggressiven Rhetorik, die sich gegen ausländische Einflüsse richtet. So meldet die Los Angeles Times im Zusammenhang mit einem Auftritt in Chicago, dass der Klan unter der Führung von Hiram Evans den sogenannten „fremden Idealen“ den unerbittlichen Krieg erklärt hat.[2] Die Propaganda zielt darauf ab, alles als unamerikanisch zu diffamieren, was nicht den rassistischen und nativistischen Vorstellungen der Organisation entspricht.[2]
Aus Berichten der Washington Post geht hervor, dass ein derartiger Massenaufmarsch in der Hauptstadt nicht ohne polizeiliches Eingreifen ablief.[3] Bereits am Montag wurde während der großen Parade ein Mann namens Joseph Berger aus New York festgenommen.[3] Berger wurde am Dienstag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das amerikanische Betäubungsmittelgesetz.[3] Das Gericht setzte die Kaution auf 3000 Dollar fest.[3]
Im Schatten dieser Zurschaustellung weißer Vorherrschaft ordnen sich auch die rechtlichen Vertretungen der afroamerikanischen Bevölkerung neu, um dem wachsenden gesellschaftlichen Druck zu begegnen.[3] Nach Angaben der Washington Post trat der städtische Richter James A. Cobb von seinem Posten als Leiter des Rechtsbüros der lokalen Abteilung der Nationalen Gesellschaft zur Förderung Farbiger zurück.[3] Sein Nachfolger, Sylvester L. McLaurin, war bisher Präsident der afroamerikanischen Anwaltsvereinigung des Hauptstadtdistrikts. Er übernimmt damit eine für den Schutz der Bürgerrechte bedeutende Position.[3]