Auf der diesjährigen Anthropologentagung in Salzburg kam es zu einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung, welche die anerkannten Grundlagen der modernen Biologie in Frage stellt.[1] Professor Max Westenhöfer, der als Kustos am Pathologischen Museum in Berlin tätig ist, hielt einen aufsehenerregenden Vortrag, in dem er die Darwinsche Abstammungslehre scharf angriff.[1]
Nach Angaben der Sächsischen Staatszeitung vertrat der Gelehrte die These, dass der Mensch die älteste Säugetierform auf der Erde sei.[1] Die bislang gültige Lehre von der Abstammung des Menschen habe zwar schon immer heftige Angriffe erlitten, doch Westenhöfers Ausführungen kehren den bisher angenommenen Ablauf der Evolution um.[1] Wie die finnische Zeitung Helsingin Sanomat ergänzend meldet, behauptet der Berliner Forscher, dass der Affe vom Menschen abstamme und nicht umgekehrt, wie es die Wissenschaft bislang vermutet hatte.[2]
Zur Begründung seiner umstrittenen Ansichten führt Westenhöfer Beobachtungen an der Gestaltlehre menschlicher innerer Organe an.[1] Er stellte fest, dass sich beim Menschen eigentümliche Ausprägungen wie Einkerbungen der Milz und die Bildung von Nebenmilzen finden.[1] Das finnische Blatt bezeichnet diese morphologischen Überbleibsel als sogenannte „Grogonismen“, zu denen auch ein trichterförmiger Blinddarm gehöre.[2] Da derartige Organbildungen heute vornehmlich bei Wassersäugetieren vorkommen, schließt Westenhöfer daraus, dass die Vorfahren des Menschen zumindest zeitweise im Wasser gelebt haben müssen.[2][1]
Besonders bemerkenswert ist für den Forscher die Tatsache, dass diese primitiven Organlappungen bei keiner Affenart, selbst nicht bei den Menschenaffen, nachzuweisen sind.[1] Dies belege nach Ansicht Westenhöfers, dass die Affen entwicklungsgeschichtlich eine Stufe darstellen, die den menschlichen Urzustand bereits überschritten hat.[2][1] Ferner veranlassten ihn diese Befunde, spezifisch menschliche Merkmale wie die Entstehung von Kinn und Fuß näher zu untersuchen. Ziel war es, den genauen Punkt zu bestimmen, an dem sich der Mensch innerhalb der Wirbeltiere abspaltet.[1]