Nach der Entdeckung des Hafniums konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der chemischen Fachwelt auf die verbleibenden Lücken im Periodensystem. Von den noch fehlenden Grundstoffen gelten zwei — mit den Ordnungszahlen 85 und 87 — als wahrscheinlich instabil. Über das Element 61 nimmt man an, dass es zu den seltenen Erden gehört.[1] Umso größeres Aufsehen erregte vor über einem Jahr die Mitteilung der Berliner Forscher W. Noddack, Ida Tacke und O. Berg.[1] Wie die Kölnische Zeitung berichtet, gaben sie an, die röntgenspektroskopischen Nachweise für die dem Mangan ähnlichen Elemente 43 und 75 erbracht zu haben, die sie Masurium und Rhenium tauften.[1] Einen ersten Bericht darüber hatte W. Nernst seinerzeit der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgelegt.[1]

Nun jedoch gerät diese Forschungsarbeit in das Kreuzfeuer der wissenschaftlichen Kritik. In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift für angewandte Chemie veröffentlicht der Münchner Gelehrte Wilhelm Prandtl eine Abhandlung, die den Befund der Berliner Arbeitsgruppe infrage stellt.[1] Prandtl hat die Versuche gemeinsam mit A. Grimm und W. Franke unter strengsten Vorsichtsmaßregeln nachgeprüft und kommt zu einem negativen Ergebnis.[1] In den untersuchten Mineralien fand sich laut Prandtl keine Spur der sogenannten Ekamangane.[1] Selbst in einem Präparat, das Noddack und Tacke zur Verfügung gestellt hatten und das Rhenium enthalten sollte, konnte Grimm auf spektroskopischem Weg kein derartiges Element nachweisen.[1] Das ursprüngliche Präparat, dessen Aufnahmen einst überzeugend gewirkt hatten, scheint verloren gegangen zu sein.[1]

Zwar hatten englische und tschechische Forscher, darunter der Gelehrte Heyrowsky, die Existenz der Elemente bestätigt.[1] Prandtl macht jedoch darauf aufmerksam, dass die Röntgenlinien des Elements 75 den charakteristischen Linien von Wolfram und Zink so nahe liegen, dass sie leicht verwechselt werden können.[1] Der Münchner Chemiker schließt seine Ausführungen mit der Feststellung: „Die Frage, sind die Ekamangane bereits entdeckt, lässt sich meines Erachtens heute noch nicht beantworten.“[1] Die außerordentlichen Schwierigkeiten der Untersuchungen resultieren nicht zuletzt aus den überaus geringen Substanzmengen; so gehen die Entdecker im besten Fall von 0,5 Milligramm der gesuchten Stoffe in einem Kilogramm Ausgangsmaterial aus.[1]