Die militärische Lage auf dem asiatischen Kontinent spitzt sich nach übereinstimmenden Berichten amerikanischer und europäischer Beobachter spürbar zu. Nach Angaben der Washington Post melden britische Militäragenten anhaltende japanische Kriegsvorbereitungen erheblichen Ausmaßes in den chinesischen Provinzen.[1] Die japanischen Einheiten in der Mandschurei wurden bereits verstärkt. Beispielsweise hat man die Infanteriekompanien auf Mobilmachungsstärke gebracht.[1] Die militärischen Basisdepots in Dalny (Dalian) und an anderen Orten sind mit Vorräten gefüllt. Fortlaufend werden dort große Schiffsladungen gelöscht.[1] Darüber hinaus sollen Offiziere des japanischen Generalstabs in kleinen Gruppen bis in die innere Mandschurei vorstoßen.[1]
Unterdessen intensiviert auch die Sowjetunion ihre Aktivitäten in der Region. Wie die Los Angeles Times und amerikanische Korrespondenten übereinstimmend berichten, ziehen lange Kamelkarawanen durch die Mongolei in Richtung Zentralchina, um die Nationalisten mit Maschinengewehren und Munition zu beliefern.[1][2] Angaben zufolge haben sowjetische Ausbilder ein zentrales Lager errichtet. Von dort aus wird eine antijapanische und antieuropäische Propaganda organisiert.[1]
Die maritimen Streitkräfte reagieren auf diese umfangreichen Bewegungen. Die japanische Marine hat ihre Flottille auf dem Jangtsekiang verstärkt. Der Verband umfasst nun zwei Kreuzer, zwei Torpedobootzerstörer und neun Kanonenboote.[1][2] Das britische Kabinett sah sich daraufhin zum Handeln veranlasst. Neun Kriegsschiffe — die komplette dritte Flottille der Mittelmeerflotte — wurden von ihrem bisherigen Stützpunkt Malta abkommandiert. Diese Schiffe befinden sich derzeit auf dem Weg nach China.[1]
Die politische Dimension dieser Truppenbewegungen beleuchtet der Pariser Figaro. Die Zeitung analysiert eine japanische Politik der strategischen Durchdringung in Nordchina, der Mandschurei und der Mongolei.[3] Es bleibt abzuwarten, ob die britische Regierung den Preis für eine Zusammenarbeit zahlen wird. Sollte jedoch eine Einigung erzielt werden, werde eine bewaffnete Intervention umgehend beginnen.[3]