Die ungelöste Krise im britischen Kohlenbergbau wirft weiterhin ihre Schatten auf den Kontinent und verschärft den Überstunden-Konflikt in ausländischen Betrieben wie der niederländischen Mine Laura en Vereeniging. Wie das Berliner Tageblatt meldet, sind die Verhandlungen zur Beilegung des britischen Bergarbeiterstreiks erneut zusammengebrochen. Das Londoner Kabinett hat die jüngsten Vorschläge der Bergarbeiterexekutive abgelehnt.[1] Premierminister Baldwin ließ Gewerkschaftssekretär Cook schriftlich mitteilen, dass die Regierung keinesfalls über ihre Forderung nach provisorischen Bezirksabkommen hinausgehen werde.[1]

Dem Figaro zufolge sieht Cook angesichts dieser Haltung vorerst keine Möglichkeit für eine baldige Regelung des Konflikts.[2] Die britischen Bergarbeiter bestehen auf einer nationalen Lohnskala. Nach Angaben von Le Temps lehnen die Grubenbesitzer dies jedoch strikt ab und wollen nicht darauf eingehen.[3] Die Prawda betont ergänzend, dass die jüngsten Vorschläge der Arbeiter sogar einen deutlichen Rückschritt gegenüber früheren Vermittlungsversuchen Churchills darstellen.[4]

Der andauernde Ausfall der britischen Förderung treibt die Nachfrage nach kontinentaler Kohle erheblich in die Höhe. Dadurch wächst der Produktionsdruck auf die Belegschaften im Ausland. Die hartnäckigen Auseinandersetzungen um Mehrarbeit und Arbeitszeiten in niederländischen Gruben werden daher voraussichtlich anhalten.