Die Galerie Baumbach in der Prager Straße hat die dankenswerte Aufgabe übernommen, dem Kunstpublikum einen fundierten Überblick über die Pariser Gegenwartskunst zu vermitteln.[1] Wie die Sächsische Staatszeitung berichtet, ergänzt diese Schau die französische Abteilung der Großen Internationalen Kunstausstellung, welche im Rahmen der Jahresschau deutscher Arbeit Dresden 1926 dargeboten wird, in fesselnder Weise.[1] Unter den ausgestellten Künstlern findet sich neben Maurice Utrillo, der durch seine Hinwendung zur neuen Sachlichkeit besticht, vor allem der in Paris wirkende Spanier Pablo Ruiz Picasso.[1] Als Urheber der kubistischen Theorie ist er hier mit zwei Lithografien vertreten.[1]
Flankierend zu dieser Ausstellung sprach der Prager Kunsthistoriker Dr. Schürer im Russischen Saal auf Einladung der Leitung über das vielschichtige Schaffen Picassos.[1] Vor einer zahlreichen Hörerschaft zeichnete der Gelehrte anhand von Lichtbildern den Werdegang des Meisters nach. Picasso ging vom Impressionismus aus und gelangte über die Form des Kubismus zum Klassizismus.[1]
In seiner Rede betonte Dr. Schürer besonders das Problematische in der Natur Picassos.[1] Dessen Entwicklungsgang vollziehe sich nicht konsequent; vielmehr fehlten die Merkmale einer zwingenden künstlerischen Notwendigkeit.[1] Dies zeige sich schon darin, dass der Spanier auch in der Gegenwart noch aus der klassizistischen Malweise wiederholt in die kubistische zurückkehre.[1] Wie der Referent ausführte, male Picasso, „wie es ihm gefällt“, wie der Künstler selbst wiederholt geäußert habe.[1] Das Verständnis für diesen wandelbaren Maler wurde durch die Ausführungen in Dresden wesentlich gefördert.[1]