Die Reichsregierung hat weitreichende finanzielle Maßnahmen beschlossen, um den drängendsten Notständen in den östlichen Grenzgebieten Preußens zügig abzuhelfen.[1] Wie die Sächsische Staatszeitung meldet, fasste das Kabinett in seiner gestrigen Sitzung den Beschluss, dem Reichsrat und dem Reichstag einen entsprechenden Nachtrag zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern vorzulegen.[1] Der Entwurf sieht vor, 32 Millionen Reichsmark bereitzustellen.[1]
Diese beträchtlichen Mittel sollen gezielt für bestimmte kulturelle und wirtschaftliche Aufgaben in den stark belasteten Ostgebieten verwendet werden.[1] Der detaillierte Verwendungsplan wurde bereits in enger Abstimmung mit der preußischen Staatsregierung ausgearbeitet.[1] Für die notleidenden Provinzen ist insbesondere von Bedeutung, dass die Regierung zugesichert hat, die bewilligten Gelder noch im laufenden Rechnungsjahr auszuzahlen. Damit soll eine schnelle Entlastung geschaffen werden.[1]
Die Dringlichkeit dieser Reichshilfe erklärt sich aus der angespannten landwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Lage, die auf den Märkten der östlichen Peripherie spürbar ist. Nach Angaben der Kölnischen Zeitung verzeichnete der Getreidemarkt in Königsberg am gestrigen Dienstag bei Weizen Preise zwischen 12,25 und 13 Reichsmark, während Roggen bei knapp 11 Reichsmark notierte.[2] Das eher ruhige Marktgeschehen zeigt, dass staatliche Unterstützungsmaßnahmen für eine wirtschaftliche Besserung in den Grenzgebieten weiterhin unerlässlich sind.[2]