Die Direktion der amerikanischen Filmgesellschaft Metro-Goldwyn hat den unerwarteten Tod des bekannten Schauspielers Valentino (Rudolph Valentino) zum Anlass genommen, den berüchtigten Film Die apokalyptischen Reiter in den gesamten Vereinigten Staaten erneut in die Kinos zu bringen.[1] Dieser weithin bekannte Streifen wurde von den Mächten der Entente bereits während des Weltkrieges ausgiebig zur Stimmungsmache gegen Deutschland genutzt. In der hiesigen Öffentlichkeit wird er als massiver Hetzfilm verurteilt.[1]
Dass aus bloßer Profitgier alte Kriegsmärchen aufgewärmt werden, in denen die Deutschen pauschal als Ausbund von Grausamkeit, Gemeinheit und Dünkel gezeichnet sind, ruft landesweit einen Sturm der Entrüstung hervor.[1] Nach Berichten der Badischen Presse wird dieser Protest das ganze deutsche Land erfassen und auch vor dem Ozean nicht Halt machen.[1] Es sei die vornehmste Aufgabe der Reichsregierung, in Washington unverzüglich die nötigen diplomatischen Schritte zu unternehmen.[1] Von autoritativer Stelle aus müsse das Unternehmen darauf hingewiesen werden, dass es im höchsten Maße verwerflich sei, mit den Erzeugnissen einer überwundenen Kriegsmentalität weiterhin Geschäfte zu machen. Die historische Unwahrheit dieses Werkes steht zudem in eklatantem Widerspruch zu den Erfahrungen tausender amerikanischer Staatsbürger, die seit Kriegsende Deutschland bereist haben.[1]
Erst in diesen Tagen konnten Offiziere und Matrosen eines amerikanischen Kriegsschiffes bei einem Besuch in der Reichshauptstadt aus eigener Anschauung feststellen, dass die Bevölkerung nach den Unbilden der Nachkriegszeit ernsthaft an der Überwindung alter Feindschaften arbeitet.[1] Dem amerikanischen Volk müsse verdeutlicht werden, dass sich Deutschland derartige Angriffe auf sein nationales Ansehen nicht länger gefallen lässt.[1]