Wie der Hong Kong Telegraph meldet, befindet sich die wohlhabende und einflussreiche indische Gemeinschaft der Jains, die über eine Million Anhänger zählt, derzeit in einem heftigen Proteststurm.[1] Ursache des Aufruhrs ist eine umstrittene Forderung des indischen Fürstenstaates Palitana. Für das Recht auf Pilgerfahrten zu den dortigen heiligen Tempeln wird eine drastische Abgabe verlangt.[1] Die staatliche Verwaltung fordert eine jährliche Zahlung von 100.000 Rupien — umgerechnet etwa 7.600 Pfund Sterling.[1] Jedes Jahr besuchen schätzungsweise hunderttausend Angehörige dieser traditionsreichen Religion die berühmten Heiligtümer von Palitana.[1]

Als Reaktion auf den unerwarteten Beschluss der lokalen Behörden greifen die Gläubigen zu weitreichenden Gegenmaßnahmen.[1] In den Städten blieben die Läden der oft im Handel tätigen Gemeindemitglieder demonstrativ geschlossen. Gleichzeitig versammelten sich große Menschenmengen zu Straßenprozessionen.[1] Auf zahlreichen Protestversammlungen bemühten die Redner eindrucksvolle historische Vergleiche.[1] Nach britischen Berichten wurde die Notlage der Jains sogar mit der Lage der Christen nach der Eroberung Jerusalems durch die Türken verglichen.[1] Die Entschlossenheit der Pilger, gegen diese neue finanzielle Last für die Ausübung ihrer religiösen Pflichten vorzugehen, bleibt bestehen.[1]