Der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Landtages hat sich in seiner jüngsten Sitzung intensiv mit den Hintergründen der Schwarzen Reichswehr befasst.[1] Im Zentrum der Verhandlungen stand der Fall des Schützen Pannier, der am 4. Juni 1923 von Kameraden ermordet worden war.[1] Wie der Berichterstatter, der Abgeordnete Kuttner, nach Einsicht der Akten darlegte, gehörte Pannier einem Arbeitskommando im Elsgrund bei Döberitz an. Dieses Kommando war als Bataillon von Senden bekannt.[1] Die geheime Truppe rekrutierte sich vornehmlich aus rechtsradikalen Verbänden.[1]

Die Tatumstände offenbaren die brutalen Methoden innerhalb dieser Formationen.[1] Den Feststellungen zufolge erhielt der Schütze Aschenkamp vom Leutnant Benn den dienstlichen Befehl, Pannier umzubringen.[1] Unter einem Vorwand lockte der Sanitätsfeldwebel Schirmann das Opfer zum Franzer Busch. Dort schlug Aschenkamp ihm auf Aufforderung mit einem Beil den Schädel ein.[1] Den letzten Schlag versetzte der Schütze Schmidt.[1] Die Täter verscharrten den Leichnam zunächst in einer flachen Grube und legten ihn später, mutmaßlich auf direkten Befehl des Leutnants Benn, in ein tieferes Grab um, das eigens hundert Meter entfernt ausgehoben wurde.[1]

Besondere Brisanz erhält der Fall durch die detaillierten Aussagen der Beteiligten.[1] Der zum Tode verurteilte Polizeiwachtmeister Stein hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und dabei ranghohe Offiziere wie Hauptmann Guttknecht, Freiherr von Senden und Oberleutnant Schulz schwer belastet.[1] Laut dem Westfälischen Merkur behauptete von Senden in seiner Vernehmung, der Befehl zur „Beseitigung“ habe lediglich bedeutet, Pannier eine Tracht Prügel zu verabreichen.[1] Irgendwelche Beweise für einen Verrat Panniers an der Schwarzen Reichswehr ließen sich nicht erbringen.[1]

Um die militärische Befehlskette abschließend zu klären, schritt der Ausschuss am Ende zu einer nichtöffentlichen Vernehmung des Majors Buchrucker.[1] Dieser wurde eigens für die parlamentarische Anhörung mit dem Automobil aus der Festung Gollnow, wo er seine Strafe wegen des Küstriner Putsches verbüßt, nach Berlin gebracht.[1]