Im Amsterdamer Palast für Volksfleiß öffnete die erste internationale Radioschau der Niederlande ihre Pforten.[1] Nach Berichten des Nieuwe Rotterdamsche Courant verzeichnet die Ausstellung einen bemerkenswerten Aufschwung.[1] Während sich an der ersten rein nationalen Schau lediglich 43 Aussteller beteiligten, stieg die Zahl kontinuierlich an, sodass die aktuelle Veranstaltung nun rund 150 Teilnehmer anzieht.[1] Dies belegt das wachsende Interesse der niederländischen Bevölkerung an der noch jungen Rundfunktechnik.[1] Dennoch beklagen Fachkreise laut dem niederländischen Blatt die unglückliche rechtliche und organisatorische Situation des heimischen Rundfunks, welche die geschäftliche Entwicklung noch immer spürbar hemme.[1] Eine bessere Organisation würde nicht nur den Hörern, sondern ebenso der Industrie zugutekommen.[1]

Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Sende- und Empfangstechnik.[1] Von besonderem Interesse für das Publikum ist die Vorführung der Niederländischen Sendeapparatefabrik, die einen vollständigen Sender präsentiert.[1] Die Besucher haben hier die Möglichkeit, nicht nur die äußeren Schalttafeln mit ihren Messinstrumenten und Bedienungsknöpfen zu betrachten, sondern dürfen auch hinter die Kulissen der Anlage blicken.[1] Direkt daneben befindet sich eine getreue Nachbildung des Hilversumer Sendesaals, der von der Haager Rundfunkorganisation für ihre Ausstrahlungen genutzt wird.[1]

Ein technisches Kuriosum — und gleichsam ein Publikumsmagnet — bildet ein kleines Automobil, das drahtlos ferngesteuert wird.[1] Die Amsterdamer Konstrukteure Heervliet und Seevers demonstrieren, indem sie einen Kurzwellensender nutzen, wie das Fahrzeug auf Tastendruck anfährt und bei einem zweiten Kommando unweigerlich stoppt.[1] Zwar messen die Erfinder dieser Konstruktion keinen praktischen Wert außerhalb möglicher militärischer Zwecke bei, jedoch zieht das Experiment viel Aufmerksamkeit auf sich.[1]

Den Eingangsbereich dominiert der hell erleuchtete Stand des Philips-Konzerns, der unter anderem die Notwendigkeit der negativen Gitterspannung bei Röhren veranschaulicht.[1] Neben einer großen Zahl von Empfangsgeräten finden sich auch Bauteile für den Amateurfunk.[1] Die ausländische Beteiligung ist der Rotterdamer Zeitung zufolge noch gering geblieben, wobei deutsche Einsendungen den Hauptteil stellen.[1]