Der Text des zwischen Italien und dem Königreich Jemen geschlossenen Freundschaftsvertrages ist nun der Öffentlichkeit übergeben worden.[1] Das Abkommen wurde vom Emir von Jemen, Imam Yahya, und dem italienischen Gouverneur der Provinz Eritrea, Gasparini, unterzeichnet und regelt die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen auf zehn Jahre.[1]

Darin erkennt Rom die volle politische Unabhängigkeit des arabischen Reiches und die Souveränität seines Herrschers formell an.[1][2] Beide Staaten verpflichten sich, den gegenseitigen Warenaustausch zu erleichtern; sie behalten sich jedoch ausdrücklich die eigenständige Gestaltung ihrer Außenhandelsbeziehungen vor.[1] Die bestehenden Einfuhrverbote sind einzuhalten.[1] Nach Angaben des Temps vereinbarten die Vertragspartner zudem, dass illegal eingeführte Waren unverzüglich beschlagnahmt werden dürfen.[2]

Ein zentraler Bestandteil des Vertrages ist die technische Förderung. Wie die Deutsche Allgemeine Zeitung meldet, wünschte Imam Yahya europäisches Material und Fachpersonal für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes.[1] Die italienische Regierung erklärte sich bereit, diesem Wunsch nach Kräften zu entsprechen.[1] Am Ende des in arabischer und italienischer Sprache abgefassten Dokuments ist eine besondere Klausel enthalten: Bei Auslegungszweifeln ist allein der arabische Text maßgeblich.[1] Diese Regelung wird im Vertrag mit den geringen Italienischkenntnissen am Hofe von Sana'a begründet.[1]