In der Provinz Trient verschärft die italienische Verwaltung ihr Vorgehen gegen die deutschsprachige Bevölkerung Südtirols drastisch. Wie das Harburger Tageblatt meldet, wurde durch einen öffentlichen Maueranschlag ein neues Dekret des zuständigen Präfekten veröffentlicht.[1] Dieser Anordnung zufolge ist fortan das gesamte deutschsprachige Gebiet der Provinz als „besonders wichtige militärische Zone“ anzusehen.[1]

Dieser Schritt der faschistischen Regierung verdeutlicht den zunehmenden Druck auf die Minderheit südlich des Brenners. Auf internationaler Ebene erregt der Konflikt derweil wachsende Aufmerksamkeit. Nach Angaben des Hamburger Echo bildete das Schicksal der deutschen Minderheit einen zentralen Diskussionspunkt auf der jüngsten Tagung der Union der Völkerbundligen in Salzburg.[2] Nach längeren Debatten wurde dort der Beschluss gefasst, die Minderheitenfrage in Südtirol in den kommenden Tagen offiziell auf die Tagesordnung zu setzen.[2] Bemerkenswert ist dabei, dass selbst der italienische Vertreter dieser Entscheidung zustimmte, wenngleich er erwartungsgemäß formelle Vorbehalte anmeldete.[2]

Es bleibt abzuwarten, ob die diplomatischen Bemühungen im Umfeld des Völkerbundes die Härten der nun dekretierten Militarisierung abmildern können. Die Erklärung zum militärischen Sperrgebiet liefert den Präfekturbehörden in Trient jedenfalls ein weitreichendes Instrumentarium. Damit können sie das öffentliche Leben im ehemals österreichischen Landesteil noch strikter kontrollieren und den Assimilierungsdruck weiter erhöhen.