In britischen Kolonialkreisen mehren sich die Befürchtungen, Deutschland könne die Rückgabe seiner früheren Überseebesitzungen anstreben.[1][2] Wie die Times berichtet, wird die Redaktion derzeit mit Leserbriefen überschüttet, die eine mögliche Rückführung von Deutsch-Ostafrika an das Deutsche Reich besorgt erörtern.[1] Das Londoner Blatt sieht sich deshalb veranlasst, der Zukunft Tanganjikas einen ausführlichen Leitartikel zu widmen. Die Zeitung bezeichnet die Mandatsfrage als endgültig geklärt.[1][2] Eine Übertragung des Mandatsgebiets an eine andere Macht erfordere einen einstimmigen Beschluss im Völkerbundrat. Da Großbritannien diesem Gremium angehört, sei ein solcher Schritt faktisch ausgeschlossen.[1]

Zudem versucht die englische Presse, den deutschen Kolonialgedanken abzuschwächen.[1] Die Times behauptet, das deutsche Volk zeige kaum Interesse an kolonialen Projekten, und der Einfluss der Kolonialpartei werde weit überschätzt.[1][2] Demnach stehe angeblich nur eine kleine Gruppe aktiver Agitatoren hinter diesen Forderungen. Diese Darstellung wird in hiesigen kolonialen Kreisen als offenkundiger Irrtum zurückgewiesen.[1][2] Unterdessen fordert die Londoner Zeitung offen eine einheitliche Verwaltung für ganz Ostafrika.[2] Die Grenzen zwischen Tanganjika und Kenia seien Ende des vergangenen Jahrhunderts lediglich künstlich gezogen worden.[2] Daraus ergibt sich, dass die britische Politik darauf abzielt, das frühere Deutsch-Ostafrika administrativ eng mit den benachbarten Kolonien zu verbinden und die Idee eines geschlossenen ostafrikanischen Dominions schrittweise zu verwirklichen.[1][2]