Die außenpolitische Ausrichtung in Osteuropa nimmt nach den jüngsten diplomatischen Verhandlungen konkretere Formen an. Aus Warschau wird berichtet, dass das Bündnissystem Rumäniens eine erhebliche Ausweitung erfährt.[1] Der vor wenigen Tagen unterzeichnete polnisch-rumänische Garantievertrag sieht eine weitreichende Vertiefung der bisherigen militärischen und politischen Absprachen vor.[1]
Bisher beschränkten sich die Verpflichtungen der beiden Staaten vornehmlich auf die gemeinsame Verteidigung ihrer Ostgrenzen.[1] Nach Angaben des offiziell erscheinenden "Kurier Polski" erstreckt sich das neue Abkommen nunmehr auf sämtliche Fälle, in denen Polen oder Rumänien von einer dritten Macht angegriffen werden.[1] Diese Ausweitung der Beistandspflicht zeigt den Willen beider Regierungen, ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit auf ein breiteres Fundament zu stellen.
Für die polnische Außenpolitik bedeutet diese modifizierte Vereinbarung eine spürbare diplomatische Absicherung. Die rumänische Allianz wird durch die neuen Vertragswerke zu einer direkten Ergänzung der Garantie, die Frankreich der polnischen Republik für deren Grenzen gegen Deutschland bereits zugesichert hat.[1]