Die Bemühungen um die Rückgabe des während des Krieges beschlagnahmten deutschen Eigentums in den Vereinigten Staaten stehen offenbar vor einem entscheidenden Durchbruch. Die Gesetzesvorlage, die sowohl die Freigabe des deutschen Eigentums als auch die Befriedigung amerikanischer Kriegsansprüche regeln soll, stößt in der amerikanischen Öffentlichkeit auf bemerkenswerte Resonanz.[1] Wie die Presse aller Parteirichtungen mit nur wenigen Ausnahmen berichtet, wird der Entwurf breit unterstützt.[1]
Besonders aufschlussreich ist die Haltung führender amerikanischer Blätter. Die demokratische World begrüßt die Vorlage als einen gerechten und praktikablen Ausweg.[1] Das Blatt unterstreicht, dass die Vereinigten Staaten stets nach dem Grundsatz verfahren haben, dass Privateigentum auch in Kriegszeiten unangetastet bleiben müsse.[1] Von diesem herkömmlichen Standpunkt könne man nicht abgehen, ohne die Selbstachtung zu gefährden.[1] Allerdings übt die World auch Kritik an bestimmten Bestimmungen des Entwurfs.[1] So wendet sie sich gegen die Verquickung der Forderungen für beschlagnahmte Schiffe, Radiostationen und Patente, deren Beschlagnahme auf einer anderen Rechtsgrundlage beruht, mit den übrigen Ansprüchen.[1] Dennoch wird darauf hingewiesen, dass auch die Eigentümer dieser Werte Anspruch auf die gleiche Behandlung haben müssen wie jene, denen ihr Eigentum nun zurückerstattet werden soll.[1] Man könne zwischen beiden Gruppen nicht unterscheiden und zugleich den Grundsatz der Unverletzlichkeit des Privateigentums bewahren.[1]
Auch die New York Times, die bisherigen Rückgabeplänen bislang ablehnend gegenüberstand, setzt sich nun für die Annahme der Vorlage ein.[1] Sie bezeichnet den Entwurf als den besten bisher vorgebrachten Plan zur Befriedigung aller legalen Ansprüche.[1]
In der amerikanischen Finanzwelt wird der Vorstoß ebenfalls sehr positiv aufgenommen.[1] Nach Verlautbarungen begrüßt die Wall Street den Gesetzentwurf ausdrücklich.[1] Wie ein führender Bankier erläuterte, erwartet man von der neuen gesetzlichen Regelung eine weitere, deutlich spürbare Belebung der deutsch-amerikanischen wirtschaftlichen Beziehungen.[1]