Aus Anlass des 60-jährigen Militärjubiläums des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 7. April sind in der Reichshauptstadt umfangreiche Feierlichkeiten vorgesehen, die den alten Feldmarschall und jetzigen Staatschef ehren sollen.[1] Dieses besondere Jubiläum fällt zeitgleich mit dem Jahrestag seiner Wahl zum Reichspräsidenten, was nicht nur im Inland, sondern auch jenseits der Grenzen große Beachtung findet.[2] So bringt die Wiener Reichspost eine ausführliche Würdigung, in der Hindenburgs unermüdliche Arbeit für die Zukunft des deutschen Volkes hervorgehoben wird.[2] Die Zeitung lobt nach Berichten des Westfälischen Merkurs seine ungewöhnliche Fähigkeit, sich den gegebenen Tatsachen stets anzupassen.[2] Frei von den Hemmungen und Bindungen der Vergangenheit habe er selbst die Initiative zu einer aufbauenden Politik ergriffen, die auf die Vereinigung aller Kräfte des Volkes gerichtet sei.[2]

Für den Ehrentag hat die Reichsregierung ein detailliertes militärisches Programm ausgearbeitet, wie die Deutsche Allgemeine Zeitung mitteilt.[1] Die Festlichkeiten beginnen um 9.30 Uhr am Morgen.[1] Zu dieser Zeit wird die Kapelle des 9. Infanterieregiments dem Reichspräsidenten im Garten seines Hauses eine feierliche Morgenmusik darbringen.[1] Im Anschluss findet ein militärisches Zeremoniell von hohem historischem Wert statt: Um 11.45 Uhr wird eine Fahnenkompanie des Wachregiments Berlin mit klingendem Spiel die Fahnen jener Regimenter herbeiführen, denen der Generalfeldmarschall einst angehörte.[1] Es handelt sich dabei um das 5. Garderegiment zu Fuß, das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 sowie das Infanterieregiment „Generalfeldmarschall von Hindenburg“ — ehemals das 2. Masurische Nr. 147.[1] Diese traditionsreichen Feldzeichen werden in einem Festzug durch die Wilhelmstraße zum Haus des Reichspräsidenten getragen.[1]

Der offizielle Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein militärischer Festakt im großen Saal des Präsidialhauses, der um 12 Uhr mittags stattfindet.[1] Daran nehmen ausgewählte Abordnungen der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der genannten Traditionstruppenteile teil.[1] Die Führung der Wehrmacht wird nahezu vollständig vertreten sein: Neben Reichswehrminister Otto Geßler erscheinen der Chef der Heeresleitung, Generaloberst Hans von Seeckt, sowie der Chef der Marineleitung, Admiral Hans Zenker.[1] Auch Reichskanzler Hans Luther wird der militärischen Feierstunde beiwohnen, bei der der Reichswehrminister die offiziellen Glückwünsche der gesamten Wehrmacht überbringen wird.[1] Nach Ende des Festaktes sollen die historischen Fahnen im Arbeitszimmer des Reichspräsidenten aufgestellt werden.[1] Dort verbleiben sie über Nacht, bis eine Kompanie des Wachregiments sie am folgenden Tag wieder in die Kaserne zurückbringt.[1]