Die jüngsten Meldungen über vermeintlich gewaltige Goldfunde in der Republik Panama haben an der Londoner Börse und in internationalen Finanzkreisen erhebliches Aufsehen erregt.[1][2] Duncan Elliott Alves, der künftige Vorsitzende der neu gegründeten Panama-Corporation, gab am Dienstagabend offiziell bekannt, dass die panamaische Regierung britischen Interessen eine weitreichende Konzession zur Ausbeutung der erhofften Goldadern erteilt hat.[1][3] Das Pachtgebiet erstreckt sich auf annähernd 5000 Quadratmeilen.[1][3] Das Stammkapital der Betreibergesellschaft soll zwei Millionen Pfund Sterling betragen.[1][3]

Hinter dem ehrgeizigen Projekt steht ein Syndikat namhafter britischer und amerikanischer Finanziers, zu dem unter anderem der südafrikanische Minenmagnat Solly Joel sowie Sir Alfred Mond gehören.[1][4] Die Bedingungen des Vertrages sind äußerst günstig für die Konzessionäre, da ihnen eine zehnjährige Frist zur geologischen Erschließung eingeräumt wird; anschließend sollen die von ihnen ausgewählten Gebiete dauerhaft in ihren Besitz übergehen.[1][3] Steuerliche Abgaben erhebt die Regierung in Panama nicht — lediglich eine Abgabe von zwei Prozent auf die ausgeführte Goldmenge ist von der Gesellschaft zu zahlen.[1][3] Im Gegenzug verpflichten sich die britischen Unternehmer, die notwendigen Straßen und Brücken in dem Dschungelgebiet zu errichten.[1]

Die bisherigen geologischen Befunde sind auf dem Papier vielversprechend. Nach Angaben von Helsingin Sanomat wurden auf der atlantischen Seite bereits rund 18 Quadratmeilen untersucht, wobei sich weitreichende goldführende Schichten zeigten.[4] Die Experten gehen davon aus, dass sich diese Vorkommen auf ein Areal von etwa 300 Quadratmeilen erstrecken.[4] Der leitende Ingenieur der Expedition, Calderwood, spricht von Erzfunden an der Bodenoberfläche, die eine Ausbeute von 45 Unzen Gold und 91 Unzen Silber pro Tonne ermöglichen.[2] Das Gebiet liegt laut Berichten des Pariser Figaro nur wenige Kilometer von jenem Küstenstreifen entfernt, an dem Christoph Kolumbus auf seiner ersten Amerikareise landete.[2]

In amerikanischen Fachkreisen wird die Nachricht indes mit deutlicher Skepsis aufgenommen. Aus New York wird berichtet, dass die vollmundigen Verlautbarungen in Balboa ungläubiges Erstaunen ausgelöst haben.[2] Dem Figaro zufolge geht man auch in Panama-Stadt davon aus, dass das britische Syndikat die Ausmaße der Entdeckung zu spekulativen Zwecken merklich übertreibt.[2]