Der italienische Ministerpräsident Benito Mussolini ist heute nur knapp einem tödlichen Attentat entgangen.[1] Eine historische Fotografie zeigt ihn mit einem Pflaster über der Nase nach dem Anschlag. Wie die Washington Times berichtet, gab eine weibliche Angreiferin aus nächster Nähe Schüsse auf den Regierungschef ab, als dieser gerade den Internationalen Chirurgenkongress verlassen hatte und im Begriff war, seinen Kraftwagen zum Palazzo Chigi zu besteigen.[1] Der Schuss, mit dem offenbar direkt auf den Kopf des Ministerpräsidenten gezielt wurde, verfehlte seine zerstörerische Wirkung und traf Mussolini lediglich an der Nase.[1]

Das Projektil durchschlug beide Nasenflügel und streifte die Wange.[1] Obwohl die behandelnden Ärzte die Verletzung als nicht lebensgefährlich einstufen, gilt sie dennoch als sehr schmerzhaft.[1] Die Täterin wurde unmittelbar nach dem Schuss überwältigt und festgenommen.[1] Bei der Vernehmung gab die fünfzigjährige Frau ihren Namen mit Violet Albina Gibson an.[1] Es handelt sich um eine britische Staatsangehörige, die in Dalkey bei Dublin geboren wurde.[1]

Nach Angaben der Washington Times ist die Attentäterin die Schwester des Lord Ashbourne und in England sowie Irland als religiöse Eiferin bekannt.[1] Bereits vor einem Jahr fiel sie in Rom auf, als sie sich in einem Zustand religiöser Erregung durch einen Suizidversuch selbst eine Schusswunde zufügte.[1] Nachdem heute der Schuss auf den Ministerpräsidenten gefallen war, zog sich die Angreiferin mit der noch qualmenden Waffe in die Menschenmenge zurück, woraufhin sich rasch der Zorn der Umstehenden gegen sie richtete.[1] Mussolini selbst war es, der die Frau vor einer drohenden Lynchjustiz bewahrte.[1]