Der junge indische Philosoph Krishnamurti, der in theosophischen Kreisen als der „neue Messias“ verehrt wird, soll im kommenden Juni einen öffentlichen Auftritt in London absolvieren.[1] Diese aufsehenerregende Ankündigung machte kürzlich Lady Emily Lutyens nach ihrer Rückkehr von den theosophischen Jubiläumsfeierlichkeiten in Indien.[1] Wie der Hong Kong Telegraph berichtet, ist die Ehefrau des bekannten Architekten Sir Edwin Lutyens und Schwester des Gouverneurs von Bengalen bereits seit vielen Jahren eng mit der theosophischen Bewegung verbunden.[1]

Gegenüber der Presse verteidigte Lady Lutyens die Anhänger entschieden gegen den Spott der britischen Gesellschaft. Religiöse Verfolgung in extremer Form gehöre zwar weitgehend der Vergangenheit an, jedoch sehe man sich ständigem Spott durch jene ausgesetzt, die sich nie ernsthaft mit den theosophischen Lehren befasst hätten.[1] Viele Menschen im Westen stünden der Idee eines neuen Propheten aus dem Osten sehr skeptisch gegenüber. Dabei werde laut Lady Lutyens oft vergessen, dass auch Christus ein orientalischer Jude gewesen sei, der heute in den besten Häusern Londons kaum Aufnahme finden würde.[1]

Die Größe der spirituellen Bewegung ist bemerkenswert: Auf der kürzlichen Jubiläumsfeier im indischen Adyar versammelten sich etwa 3000 Delegierte aus fast allen Ländern der Welt in Harmonie.[1] Dort wurden gemeinsam die Grundsteine für ein christliches Gotteshaus, einen buddhistischen Tempel, eine Moschee, eine Synagoge und einen Parsentempel gelegt.[1] Krishnamurti selbst, den Lady Lutyens seit seiner Ankunft in London im Jahr 1911 kennt, zeigte bei seiner letzten Ansprache unter einem großen Banyanbaum nach ihrer Schilderung eine neue Kraft. Dieses Ereignis werten seine Anhänger als Hinweis auf eine noch größere Botschaft.[1]