Der griechische Diktator General Theodoros Pangalos hat die militärische Revolte in Nordgriechenland vorerst gewaltsam niedergeschlagen. Wie das Berliner Tageblatt nach Berichten aus der Hauptstadt meldet, ist es dem Kommandanten des 3. Korps, General Sapiris, gelungen, mit Teilen der 11. Division die aufständischen Truppen in Saloniki zu umzingeln.[1] Nach Angaben der spanischen Zeitung El Sol wurden sämtliche rebellierenden Offiziere unverzüglich festgenommen.[2] Amtlichen Verlautbarungen zufolge bewahrte drei Viertel der örtlichen Garnison ihre Loyalität zur Regierung.[1] Die Entscheidung fiel jedoch erst durch den massiven Einsatz der Marine. Der Kreuzer Amerow beschoss am Nachmittag die Stellungen der Meuterer stundenlang.[1] Der Westfälische Merkur berichtet, dass zeitweise die aufständische Luftwaffe unter den Regierungstruppen Panik hervorrief. Erst als loyale Wasserflugzeuge aus Altgriechenland zur Verstärkung eintrafen, konnte diese Wirkung gemindert werden.[1] Die gefangenen Rebellen werden bereits auf dem Seeweg nach Athen gebracht.[1]
Der bewaffnete Konflikt ist eine direkte Folge der jüngsten politischen Manöver des Machthabers. Das Hufvudstadsbladet beleuchtet die Hintergründe der Krise. Demnach hatte sich fast die gesamte Opposition auf den Politiker Demerdjis als Präsidentschaftskandidaten geeinigt. Dieser galt als gemäßigter Royalist und erschien auch Anhängern der Republik als wählbar.[3] Um diesen gefährlichen Rivalen auszuschalten, meldeten regierungstreue Präfekten kurzfristig technische Schwierigkeiten. In der Folge ließ Pangalos die Wahlen in jenen Provinzen verschieben.[3]
Nach dieser offensichtlichen Manipulation zogen die Anhänger von Demerdjis ihre Kandidatur zurück. Sie gründeten eine neue Koalition mit dem Ziel, die parlamentarische Herrschaft wiederherzustellen.[3] Die vereinte Opposition wandte sich laut El Sol inzwischen mit einem dringenden Appell an Heer und Flotte.[2] Sie fordern die Streitkräfte dazu auf, sich auf ihre eigentliche Aufgabe als Verteidiger Griechenlands zu beschränken und eine politische Einflussnahme zu unterlassen.[2]