Am kommenden Freitag wird in Genf das vorbereitende Komitee für die Weltwirtschaftskonferenz unter dem Vorsitz des Schweizer Politikers Ador zusammentreten.[1] Die europäische Presse widmet der personellen Zusammensetzung bereits erhebliche Aufmerksamkeit. Laut dem Pariser Petit Parisien stehen die Delegierten für die entscheidenden Besprechungen fest.[1]

Für Deutschland wird Staatssekretär Trendelenburg an den Verhandlungen teilnehmen.[1] Frankreich entsendet den Direktor des Handelsministeriums Serruys, den Präsidenten des Comité des Forges de Peyerimhoff sowie den Sekretär der Gewerkschaftskommission Jouhaux.[1] Belgien wird durch seinen früheren Premierminister Theunis vertreten, Italien durch den ehemaligen Minister de Stefani, während für Spanien Cambon anreist.[1] Aus Großbritannien werden neben Sir Arthur Balfour auch Sir Robert Smith vom Handelsamt, der Herausgeber des Economist Layton sowie der Gewerkschaftsvertreter Pugh erwartet.[1]

Wie Londoner Korrespondenten berichten, blickt man in britischen Wirtschaftskreisen den Beratungen mit einer gewissen Sorge entgegen.[1] Es wird befürchtet, dass einige Mitglieder der Kommission für eine zwangsweise internationale Verteilung von Rohmaterialien eintreten könnten.[1] Ein derartiges Projekt wird in England, das über weitreichende Rohstoffreserven verfügt, naturgemäß mit äußerster Skepsis betrachtet und vielfach als unzulässiger sozialistischer Eingriff abgelehnt.[1]

Währenddessen beendete die Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale ihre Tagung in Zürich. Dabei wurden neben allgemeinen Völkerbundfragen insbesondere die kommende Wirtschaftskonferenz eingehend debattiert.[2][3] Nach mehrstündigen Verhandlungen nahm die eingesetzte Sonderkommission einstimmig eine Entschließung an.[2] Die Resolution bekräftigt die Bedeutung der internationalen Friedenspolitik als zwingende Voraussetzung für die wirtschaftliche Sicherheit der Arbeiterklasse.[2] Die internationale Arbeiterschaft fordert im Vorfeld der Genfer Beschlüsse zudem nachdrücklich eine Demokratisierung des Völkerbundes sowie die baldige Aufnahme Deutschlands, um die Stabilität der künftigen Wirtschaftsordnung zu gewährleisten.[2][3]