In den vergangenen Tagen kursierten in der internationalen Presse hartnäckige Gerüchte über den endgültigen Abschluss eines deutsch-französischen Flugabkommens. Dem Pariser Quotidien zufolge sei die Konvention bereits am Dienstag offiziell unterzeichnet worden.[1] Aus diesen Berichten geht hervor, dass die Eröffnung der ersten großen Fluglinien, darunter die Strecken Paris-Köln-Berlin, Köln-London sowie Kopenhagen-Hamburg-Köln, für den kommenden Juni vorgesehen ist.[1] Weiterhin soll das neue Abkommen die weitreichende Verbindung nach Moskau über Berlin sicherstellen. Auf diese Weise werde eine durchgehende Luftreise von der französischen bis zur sowjetischen Hauptstadt ermöglicht.[1]
Auf Anfrage hat das französische Unterstaatssekretariat für Flugwesen nun erklärt, dass die Mitteilungen über die erfolgte rechtskräftige Unterzeichnung verfrüht seien.[2] Von behördlicher Seite wurde bestätigt, dass das Abkommen zwischen den beiden Staaten grundsätzlich abgeschlossen ist.[2] Die formelle Unterzeichnung kann jedoch erst erfolgen, wenn die noch laufenden Verhandlungen zwischen den deutschen und den alliierten Vertretern zum Abschluss gebracht worden sind.[2]
Das französische Luftfahrtministerium erwartet einen günstigen Ausgang der Gespräche und ein für alle Parteien befriedigendes Ergebnis.[2] Unterdessen trat die Pariser Botschafterkonferenz zusammen, um den neuesten Bericht über den Stand der schwierigen Luftfahrtverhandlungen zur Kenntnis zu nehmen.[2] Die Konferenz befasste sich außerdem eingehend mit der Frage der allgemeinen Abrüstung Deutschlands sowie den aktuellen Arbeiten der Internationalen Militärkontrollkommission in Berlin.[2]