Am gestrigen Sonntag fand in der österreichischen Hauptstadt eine eindrucksvolle Kundgebung für die Rechte der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol statt.[1] Den Auftakt bildete eine Messe, bei der Pater Innerkofler von der Kanzel herab über die drückende Not in den abgetrennten Gebieten sprach.[1] Nach Angaben der Neuen Freien Presse rief der Geistliche die Gläubigen dazu auf, für das italienische Volk zu beten; insbesondere bat er jedoch um Gebete für die deutschen Priester und Lehrer Südtirols.[1] Eine besondere Fürbitte erbat er für alle jene Kinder, denen der Unterricht in der Muttersprache sowie der Besuch der deutschen Schule verwehrt wurde.[1] Die Unterdrückung der Kultur, so betonte Pater Innerkofler, sei inzwischen eine Frage, die die gesamte gesittete Welt betreffe.[1]
Im Anschluss an den Gottesdienst gedachte Oberst Hiltl vor dem Kirchenportal der Tiroler Helden, die im Weltkrieg gefallen sind.[1] Während die Fahnen gesenkt waren, spielte eine Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Anschließend begaben sich die Teilnehmer unter klingendem Spiel zum Heim des Andreas-Hofer-Bundes, wo sich der Zug nach einer Ansprache schließlich auflöste.[1]
Am Nachmittag fand die Veranstaltung im Stadttheater ihre Fortsetzung.[1] Gespielt wurde Franz Kranewitters Drama Andre Hofer, in dem Ferdinand Exl die Hauptrolle verkörperte.[1] Vor Beginn der Aufführung traten erneut Pater Innerkofler sowie Hauptmann Himmel ans Rednerpult, um die ungebrochene Verbundenheit mit den Brüdern jenseits des Brenners zu bekräftigen.[1]