Aus dem ostafrikanischen Kolonialgebiet treffen beunruhigende Nachrichten in der italienischen Hauptstadt ein.[1] Wie der Helsingin Sanomat unter Berufung auf ausländische Zeitungen meldet, sind italienische Streitkräfte in Italienisch-Somaliland in schwere Kämpfe mit einheimischen Stämmen verwickelt worden.[1] Die Somalis weigern sich demnach beharrlich, die italienische Oberhoheit über ihr Gebiet anzuerkennen. Dies hat die Kolonialverwaltung zur Entsendung starker militärischer Kontingente veranlasst.[1] Nach Berichten der Daily News sollen die italienischen Regierungstruppen bei den jüngsten Gefechten erhebliche Verluste erlitten haben.[1]
Unterdessen haben die somalischen Streitkräfte ihre Taktik geändert und sich in zwei separate Lager aufgeteilt.[2][1] Der eine Teil der Kämpfer zog sich in Richtung der Grenzen von Britisch-Somaliland zurück, während die zweite Gruppierung eine Rückzugslinie in Richtung des Kaiserreichs Abessinien wählte, wie der Westfälische Merkur berichtet.[2] Durch diese Aufspaltung droht der Konflikt, sich räumlich erheblich auszuweiten und die ohnehin instabilen Grenzgebiete der benachbarten Territorien in Mitleidenschaft zu ziehen.[2][1]
Um den Nachschub der Aufständischen zu unterbinden und die Kontrolle über das Seegebiet zu erhalten, hat die italienische Regierung zu drastischen Maßnahmen gegriffen.[2] Über die gesamte Küstenlinie von Italienisch-Somaliland wurde eine strenge Blockade verhängt.[2][1] Diese seeseitige Absperrung richtet sich vor allem gegen die traditionelle Küstenschifffahrt.[2] Die italienischen Behörden beschlagnahmten zahlreiche örtliche Dhaus, die landesüblichen arabischen Kauffahrteischiffe, oder ließen diese versenken.[2] Aus diesem Grund ist der jahrhundertealte Seehandel in der ostafrikanischen Region nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.[2][1] Nach Berichten aus Nairobi ist in den Häfen der benachbarten Gebiete bereits festgestellt worden, dass die Zahl der eintreffenden Segelschiffe deutlich abgenommen hat.[1] Arabische Schiffe unter italienischer Flagge werden auf den traditionellen Handelsrouten überhaupt nicht mehr gesichtet. Dies unterstreicht die weitreichenden Folgen des Konflikts für den afrikanischen Seehandel.[1]