Vor dem Hofgericht in Vasa hat der großangelegte Prozess gegen 25 führende Mitglieder einer geheimen kommunistischen Organisation begonnen.[1] Wie das finnische Hufvudstadsbladet berichtet, war die Gruppierung vor allem im Norden und Nordosten Finnlands aktiv und wurde kürzlich von der Kriminalpolizei ausgehoben.[1] Die Verhandlung findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im örtlichen Gefängnis statt und wird vom Hofgerichtsrat O. E. Marelius geleitet.[1]

Hauptangeklagter ist der Arbeiter Johannes Mustonen aus Kajaani, gegen den die Anklage von Fiskaladvokat Eric G. W. Ehrström vertreten wird.[1] Mustonen wird beschuldigt, seit 1922 als Spion für Russland tätig gewesen zu sein.[1] Er sammelte nach Angaben der Anklage systematisch Informationen über die finnischen Schutzkorps, die Grenzüberwachung und die Zentralkriminalpolizei.[1] Laut den detaillierten Polizeiprotokollen organisierte er den Aufbau lokaler kommunistischer Zellen in der ostfinnischen Region Kainuu.[1] Er rekrutierte gezielt wehrpflichtige Soldaten, darunter den Mitangeklagten Armas Oskari Räsänen, um militärische Geheimnisse auszuspähen.[1] Seine Berichte an die Parteiführung wurden teilweise durch Kuriere übermittelt oder mit unsichtbarer Tinte verfasst.[1]

Die Verteidigung wies die schweren Vorwürfe am ersten Verhandlungstag entschieden zurück.[1] Der Anwalt der Angeklagten, Verner Lehtinen, bestritt die Existenz einer geheimen kommunistischen Partei in Finnland.[1] Er erklärte vor Gericht, dass die Angeklagten rein gewerkschaftliche Tätigkeiten ausgeübt hätten.[1] Solche Arbeiterzellen seien keine russische Erfindung, sondern beispielsweise in England oder Deutschland gesetzlich erlaubt.[1] Die Weitergabe von Propagandamaterial, das im Buchhandel frei erhältlich sei, erfülle nach Ansicht der Verteidigung nicht den Tatbestand des Hochverrats.[1]

Der Gerichtshof sah sich bereits mit einer Fülle von Beweismaterial konfrontiert.[1] Bei den Hausdurchsuchungen wurden laut Anklage maschinengeschriebene Parteidokumente und umfassende Mitgliederlisten sichergestellt.[1] Die Vernehmung der zahlreichen, meist noch sehr jungen Angeklagten wird noch mehrere Tage in Anspruch nehmen, bevor der Hofgerichtsprozess abgeschlossen werden kann.[1]