Gestern Nachmittag absolvierte die neue Städtebahn zwischen Duisburg und Düsseldorf ihre offizielle Abnahmefahrt, bevor heute der fahrplanmäßige Verkehr aufgenommen wurde.[1] An der feierlichen Eröffnung nahmen die Oberbürgermeister beider Städte sowie zahlreiche Vertreter der Landes- und Gemeindebehörden teil.[1] Die neue Strecke vom Duisburger zum Düsseldorfer Hauptbahnhof führt über Kaiserswerth und wird in genau einer Stunde zurückgelegt.[1] Wie die Kölnische Zeitung meldet, liegt ein wesentlicher Vorzug der Schnellbahn darin, dass sie auf einem eigenen zweigleisigen Bahnkörper verkehrt und somit vollständig von der Landstraße getrennt ist.[1]

In Kaiserswerth, wo eine Schülerin einen von Herbert Eulenberg verfassten Prolog vortrug, begrüßte Bürgermeister Dr. Rissdorf die Reisegesellschaft.[1] Er betonte die Vorteile, die sich für seine industriearme Gemeinde daraus ergeben, dass diese nun als Erholungsgebiet für Tausende von Großstädtern verkehrstechnisch erschlossen werde.[1] Der Duisburger Oberbürgermeister Dr. Jarres, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Kleinbahn fungiert, räumte ein, dass die Rentabilität des Werks vorerst nicht vollständig gewährleistet sei.[1] Allerdings werde die Bahn zur wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region — insbesondere des Landkreises Düsseldorf — erheblich beitragen.[1] Jarres dankte den Regierungsstellen und dem Ruhrsiedlungsverband für ihre Unterstützung.[1] Zugleich richtete er an die Reichsbahndirektion den dringenden Wunsch, das Streben nach höchstmöglicher Schnelligkeit nicht durch veraltete Bestimmungen zu blockieren.[1] Das ehrgeizige Ziel sei es, die Fahrzeit künftig auf 54 Minuten zu reduzieren.[1] An dem neu geschaffenen Verkehrsunternehmen sind die Städte Duisburg und Düsseldorf jeweils zur Hälfte beteiligt.[1]