Ein ungeheurer Betrugsfall erschüttert gegenwärtig das rheinische Wirtschaftsleben.[1] Wie die Kölnische Zeitung meldet, ist das etablierte Bonner Bankhaus Louis David in einen aufsehenerregenden Skandal verwickelt.[1] Der namensgebende Mitinhaber, Bankier Louis David, der erst vor wenigen Tagen verstorben ist, soll gemeinsam mit seinem Neffen Otto David schwere Veruntreuungen begangen haben.[1]
Den bisherigen Ermittlungen zufolge haben die beiden Geschäftsinhaber sämtliche Gelder, die der Bank von Kunden anvertraut worden waren, rücksichtslos unterschlagen.[1] Während der Tod den älteren der beiden Beschuldigten der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen hat, hat sich der Neffe Otto David, welcher ebenfalls als Inhaber der Bank firmierte, durch die Flucht seiner Verantwortung entzogen.[1] Nach dem flüchtigen Bankier wird nun intensiv gefahndet.[1]
Unterdessen offenbart sich bei der Prüfung der Geschäftsunterlagen das ganze Ausmaß des finanziellen Zusammenbruchs.[1] Das Bankhaus ist derart massiv überschuldet, dass für die geschädigten Gläubiger kaum Hoffnung auf nennenswerte Entschädigung besteht.[1] Den angemeldeten Forderungen, die sich auf eine gigantische Gesamtsumme von ein bis zwei Millionen Mark belaufen, steht nach derzeitigen Erkenntnissen der Behörden lediglich eine verbliebene Masse von 150.000 Mark gegenüber.[1] Die beträchtliche Deckungslücke dürfte weite Kreise der örtlichen Bürgerschaft hart treffen; viele von ihnen hatten dem Institut im guten Glauben ihre Ersparnisse anvertraut.[1]