Die Vorbereitungen für den Polflug der vereinigten Expedition von Roald Amundsen und Umberto Nobile stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Wie der Evening Star meldet, erklärte der Kommandant des Luftschiffes Norge am Vorabend in Leningrad, dass der Aufbruch in Richtung Spitzbergen für den Nachmittag erwartet werde.[1] Ein Telegramm Amundsens habe Nobile bestätigt, dass in Kings Bay sämtliche Vorkehrungen für die Ankunft getroffen seien.[1] Sobald die dortige Wetterstation günstige Bedingungen telegrafiert, soll das Luftschiff gegen 16 Uhr aufsteigen.[1]
Unterdessen hat die amerikanische Expedition unter Commander Richard E. Byrd auf Spitzbergen einen entscheidenden Erfolg erzielt. Gegen den ausdrücklichen Rat der Eispiloten wurde Byrds Flugzeug in einer gefährlichen Fahrt durch die Treibeisfelder sicher an Land gebracht.[1] Der amerikanische Kommandant wollte das hervorragende Wetter nutzen. Er dirigierte die Ruderer von der Spitze des Transportpontons aus durch das dichte Eis.[1] Der erfahrene Eispilot Isak Isaksen schob die oft über eineinhalb Meter hohen Eisblöcke mit bloßer Körperkraft beiseite.[1] Das amerikanische Unternehmen erntete lauten Jubel von der Besatzung des norwegischen Schiffes Heimdal und den rasch herbeigeeilten Bewohnern von Kings Bay.[1] Mit vereinten Kräften zog man die Maschine, die auf den Namen Josephine Ford getauft ist, über eine improvisierte Rampe aus Holzbohlen auf den schneebedeckten Strand.[1]
Unmittelbar nach der erfolgreichen Landung begann die Mannschaft mit der Montage der Motoren.[1] Da bald beide Maschinen auf Spitzbergen präsent sein werden, sehen Beobachter darin ein Kräftemessen zwischen Byrd und Amundsen. Nach Angaben des Evening Star versicherte jedoch der norwegische Polarforscher lächelnd, dass es keinen Wettstreit gebe und es für die Wissenschaft unerheblich sei, wem die Erstüberquerung des Pols gelinge.[1]