Um die wirtschaftliche Notlage der sogenannten Saargänger zu lindern, hat der Reichstagsausschuss für die besetzten Gebiete eine weitreichende Unterstützungsmaßnahme auf den Weg gebracht.[1] Wie die Kölnische Zeitung unter Berufung auf amtliche Kreise meldet, beläuft sich die bewilligte Beihilfe auf 1,5 Millionen Mark.[1] Diese Summe soll in den Monaten Mai, Juni und Juli dazu dienen, den Betroffenen die Fahrtkosten vom Wohnort zur Arbeitsstätte zu erstatten.[1] Für den laufenden Monat Mai sind entsprechende Anträge noch an die zuständigen Bürgermeisterämter zu richten.[1]

Jedoch ist beabsichtigt, bereits ab dem 1. Juni ein vereinfachtes Verfahren einzuführen.[1] Auf Grundlage einer Vereinbarung mit der Reichsbahn sollen die Arbeiter dann an den örtlichen Schaltern kostenlose Fahrkarten erhalten, sofern sie einen Gutschein der zuständigen Ortspolizeibehörde vorlegen.[1] Von offizieller Seite wird hervorgehoben, dass diese Maßnahme einen weiteren Beweis der staatlichen Fürsorge für jene Bevölkerungskreise darstellt, die durch die territorialen Auswirkungen des Versailler Vertrages in besondere Bedrängnis geraten sind.[1]