Wie die Washington Post meldet, sind in New York die diesjährigen Pulitzer-Preise für die herausragendsten Leistungen in Journalismus und Literatur des Jahres 1925 bekanntgegeben worden.[1] Die goldene Medaille für den uneigennützigsten und verdienstvollsten Dienst an der amerikanischen Öffentlichkeit erhielt die in Georgia erscheinende Zeitung Enquirer-Sun aus Columbus.[1] Das Blatt wurde für seinen „tapferen und energischen Kampf“ gegen den Ku-Klux-Klan, gegen das Verbot der Evolutionslehre an Schulen, gegen unredliche Beamte sowie gegen die Lynchjustiz geehrt.[1]

Im Bereich der Schönen Literatur fiel die Wahl auf Sinclair Lewis.[1] Dem Bericht zufolge erhält der Autor den mit 1000 Dollar dotierten Preis für seinen Roman Arrowsmith, da das Werk auf vorbildliche Weise das amerikanische Leben sowie die höchsten Maßstäbe an gesellschaftliche Umgangsformen und Männlichkeit abbilde.[1] Den Preis für das beste originär amerikanische Theaterstück errang George Kelly für Craig's Wife.[1] Die Auszeichnung für den besten Gedichtband wurde posthum der kürzlich verstorbenen Amy Lowell für ihr Werk What's o'Clock verliehen.[1] Zudem wurden Harvey Cushing für seine Biografie The Life of Sir William Osler sowie Edward Channing für den sechsten Band seiner History of the United States prämiert. Letzterer durfte den mit 2000 Dollar höchstdotierten Literaturpreis der Stiftung entgegennehmen.[1]

Unter den Journalisten wurde William Burke Miller vom Courier-Journal aus Louisville ausgezeichnet.[1] Er erhielt die 1000-Dollar-Prämie für das beste Beispiel amerikanischer Reporterarbeit, konkret für seine sachlichen und prägnanten Berichte über das Grubenunglück von Floyd Collins in der Sand Cave. Das Unglück fand in den USA große Beachtung.[1] Der Preis für den besten redaktionellen Leitartikel ging an Edward M. Kingsbury von der New York Times für seinen im Dezember veröffentlichten Text „The House of a Hundred Sorrows“.[1]

Im Bereich der Musik vergab das Auswahlkomitee ein Stipendium über 1500 Dollar an Lucille Crews aus Kalifornien, deren Bratschensonate sowie die symphonische Elegie „To the Unknown Soldier“ die Juroren überzeugten.[1] Die Columbia-Universität vergab überdies drei Journalismus-Stipendien an begabte Absolventen.[1] Bemerkenswert ist, dass die Preise für die beste Geschichte der amerikanischen Auslandpresse sowie das Kunststipendium in diesem Jahr mangels geeigneter Bewerbungen nicht vergeben wurden.[1]