Zurzeit weilen rund 300 amerikanische Hotelbesitzer, die Europa zu Studienzwecken bereisen, in Köln.[1] Wie die Kölnische Zeitung in einem Beitrag von Dr. Kurt Bloemers, dem Syndikus des Internationalen Hotelbesitzervereins, ausführt, wird dem Besuch dieser ausländischen Gäste erhebliche Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft beigemessen.[1] Nach Einschätzung der rheinischen Wirtschaftskreise trägt der Fremdenverkehr maßgeblich dazu bei, einseitige Berichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit durch eigene Anschauung der Besucher zu entkräften.[1] Für Deutschland wirkt die Fremdenverkehrswirtschaft zudem ähnlich wie eine Ausfuhrindustrie und hilft, die Zahlungsbilanz zu verbessern.[1]

Unterdessen wurde eine zehnköpfige Abordnung der amerikanischen Hotelfachleute unter Führung ihres Präsidenten Green in Berlin von Reichspräsident von Hindenburg empfangen.[2] In der längeren Unterhaltung verlieh der Reichspräsident der Hoffnung Ausdruck, dass die Reise das Verständnis für Deutschland erweitern und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern festigen möge.[2] Die amerikanischen Gäste zeigten sich dankbar für die herzliche Aufnahme.[2]

Am Abend fand im Kaisersaal des Berliner Zoologischen Gartens ein Festmahl mit 600 Gedecken statt.[2] Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Vereins Berliner Hotelbesitzer, Schüler, ergriff Reichsaußenminister Gustav Stresemann das Wort.[2] Dem Westfälischen Merkur zufolge rühmte Stresemann unter stürmischem Beifall die amerikanische Tüchtigkeit und betonte die völkerverbindende Mittlerrolle des Gastgewerbes, das den reisenden Menschen auf der ganzen Welt die Heimat ersetze.[2]