Der rheinisch-westfälische Stahltrust wurde offiziell aus der Taufe gehoben.[1] Auf einer außerordentlichen Generalversammlung in Essen beschloss die Vereinigte Stahlwerke A.-G., ihr bisheriges Gründungskapital von 50.000 Mark auf die Summe von 800 Millionen Mark zu erhöhen.[2] Damit ist der formelle Zusammenschluss der maßgeblichen Unternehmen an der Ruhr vollzogen. Zuvor hatten die beteiligten Gesellschaften in Berlin die Zustimmung ihrer Aktionäre eingeholt.[3]

Wie die Kölnische Zeitung meldet, übernimmt die neue Dachgesellschaft mit Rückwirkung zum 1. April dieses Jahres die Betriebe der Gründerwerke.[2] Zu dem Zusammenschluss gehören fortan die Rhein-Elbe-Union, bestehend aus der Gelsenkirchener Bergwerks-A.G. und dem Bochumer Verein, sowie der Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-A.G., der Phoenix, Thyssen, den Rheinischen Stahlwerken und die von der Zypen-Wissener Eisenhütten-A.G.[1][3] Laut Berichten des Hong Kong Telegraph verteilen sich die Beteiligungen wie folgt: Die Rhein-Elbe-Union hält 39,5 Prozent, gefolgt von Thyssen mit 26 Prozent und dem Phoenix mit 23,93 Prozent.[3] Auf Rheinstahl entfallen 8,5 Prozent, während von der Zypen 2,35 Prozent beisteuert.[3] Krupp hatte sich bereits in einem frühen Stadium der Verhandlungen entschlossen, dem Verbund fernzubleiben.[3]

Auch die personellen Weichenstellungen sind abgeschlossen. Generaldirektor Albert Vögler schied aus dem Aufsichtsrat aus und übernimmt den Vorsitz im Vorstand der Vereinigten Stahlwerke.[2] An seiner Stelle rückte Dr. W. Huber, der Vorsitzende der Gelsenkirchener Bergwerks-A.G., in den Aufsichtsrat ein.[2] Dem Hong Kong Telegraph zufolge wird die Hauptverwaltung des neuen Montankonzerns ihren Sitz in Düsseldorf haben, während die Bergwerksdirektion in Essen angesiedelt ist.[3]