Am 12. Mai tritt hier die internationale Passkonferenz zusammen, deren Tagesordnung von der Verkehrs- und Transitkommission des Völkerbundes ausgearbeitet wurde.[1] Wie das Berliner Tageblatt meldet, geht die Zusammenkunft auf einen Beschluss der sechsten Völkerbundversammlung zurück.[1] Im Mittelpunkt der Beratungen steht zunächst die Frage, wie das auf der Pariser Konferenz entworfene Formular für einen einheitlichen internationalen Pass besser gegen betrügerische Manipulationen gesichert werden kann.[1]
Darüber hinaus schlägt die Kommission weitreichende Erleichterungen für den grenzüberschreitenden Verkehr vor. Diese Maßnahmen sind im Interesse der Reisenden. So sollen Pässe künftig durch die zuständigen Ortsbehörden ausgestellt werden und für das gesamte Ausland eine Gültigkeit von fünf Jahren haben.[1] Ferner werden eine erhebliche Herabsetzung der Gebühren und die vollständige Abschaffung der Transit- und Ausreisevisa vorgeschlagen.[1] Falls sich Einreisevisa noch nicht vollständig abschaffen lassen, sollen diese zumindest für alle Länder gültig sein, die gleiche Dauer wie der Pass aufweisen und höchstens fünf Goldfranken kosten.[1]
An der Konferenz nehmen Vertreter aus 23 Staaten teil, darunter auch Deutschland.[1] Zur Beachtung der praktischen wirtschaftlichen Bedürfnisse wurden zudem Fachorganisationen wie die Internationale Eisenbahnunion, die Internationale Handelskammer sowie die Internationale Schifffahrtskonferenz zu den Verhandlungen hinzugezogen.[1]
Auswanderer sollen nach dem Willen der Kommission künftig mit einem besonderen Identitätsnachweis versehen werden. Dies dürfte eine bessere Organisation der Passkontrolle an den Grenzen ermöglichen.[1]