Die mexikanische Regierung hat in einem drastischen Schritt die Ausweisung des päpstlichen Repräsentanten in Mexiko, Monsignore George J. Caruana, verfügt.[1][2] Dem amerikanischen Staatsbürger wird seitens der Behörden zur Last gelegt, sich durch die gezielte Verschleierung seiner Identität und seiner eigentlichen Mission unrechtmäßig Zugang zum Land verschafft zu haben.[1][3]
Wie die Los Angeles Times berichtet, wies der Geistliche die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zwar entschieden zurück. Er kündigte jedoch an, bereits am morgigen Tag in die Vereinigten Staaten abzureisen.[1] Zu den Maßnahmen der mexikanischen Regierung lehnte Caruana jede weitere Stellungnahme ab.[2][3] Auch die amerikanische Botschaft weigert sich laut Berichten der Washington Post, einen Kommentar zu dem diplomatischen Zwischenfall abzugeben.[3]
Die Einreise des päpstlichen Nuntius, die über die Grenzstadt Juárez erfolgte, hatte bereits ein erstes disziplinarisches Opfer auf mexikanischer Seite zur Folge.[2] Der Leiter der dortigen Einwanderungsbehörde wurde umgehend aus seinem Amt entlassen.[2][3] Dem Evening Star zufolge war der Beamte im Vorfeld ausdrücklich gewarnt worden, dem Legaten die Einreise unter allen Umständen zu verweigern.[2]
Diese aufsehenerregende Ausweisung markiert einen vorläufigen Höhepunkt im andauernden kirchenpolitischen Konflikt des Landes.[2] Die gegenwärtige Krise ergibt sich aus der unnachgiebigen Durchsetzung verfassungsrechtlicher Bestimmungen gegen den Klerus.[2] Es handelt sich um die konsequente Fortführung einer politischen Bewegung, die seit über einem halben Jahrhundert darauf abzielt, die Macht der katholischen Kirche einzudämmen und eine strenge mexikanische Kontrolle über religiöse Institutionen zu etablieren.[2] Caruana ist bereits der zweite apostolische Delegat, der in Mexiko auf derartige Schwierigkeiten stößt. Schon unter der Regierung des ehemaligen Präsidenten Obregón musste Monsignore Cerrano das Land verlassen.[2] Der nun ausgewiesene Caruana, gegenwärtig Erzbischof von Puerto Rico und den Antillen, wirkte früher als Priester in Brooklyn und diente zeitweise als Sekretär von Kardinal Dougherty in Philadelphia.[2]