Der siebte nationale Kongress des französischen Veteranenverbandes (Union nationale des combattants) in Arras hat am Wochenende seinen Abschluss gefunden.[1][2] In der von den Kämpfen des Weltkrieges noch immer schwer gezeichneten Stadt versammelten sich Tausende ehemalige Frontsoldaten, um über drängende soziale und politische Fragen zu beraten.[2]
Wie der Pariser Temps berichtet, stand das Problem der interalliierten Schulden im Mittelpunkt der heftigen Debatten.[1] Der Kongress verabschiedete eine Resolution, die den Vorstand anweist, die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens durch das französische Parlament mit allen Mitteln zu verzögern.[1] Die amerikanische Legion solle an ihre Beschlüsse von 1925 erinnert werden; außerdem wolle man deutlich machen, dass die Annahme des Abkommens in Frankreich ebenso unmöglich sei wie seinerzeit die Ratifizierung des Versailler Vertrages durch die Vereinigten Staaten.[1]
Auch die Wiederaufnahme der Beziehungen zu den ehemaligen Kriegsgegnern führte zu einer lebhaften Diskussion.[1] Trotz des Widerstandes einiger Delegierter sprach sich die Versammlung dafür aus, gemeinsam mit anderen französischen Verbänden die Liquidierung des vergangenen Krieges und die Verhütung zukünftiger Konflikte zu prüfen.[1] Die Vorlage wurde schließlich mit 212.993 gegen 79.503 Stimmen bei über 300.000 Enthaltungen angenommen.[1] Ferner rügte der Kongress die Weigerung des Kassationshofes, das Verfahren um die Erschossenen von Flirey neu aufzurollen.[1]
Den feierlichen Schlusspunkt bildete eine Sitzung unter dem Vorsitz des Pensionsministers Jourdain.[2] Die Umgebung von Arras sei ein „immenses Beinhaus“, erklärte der Minister, und die Anstrengungen des Wiederaufbaus hätten das Chaos noch nicht tilgen können.[2] Dem Figaro zufolge fand im strömenden Regen ein Pilgergang zu den umkämpften Schlachtfeldern von Notre-Dame-de-Lorette und La Targette statt.[2] Neben der moralischen Aufgabe der Veteranen forderte die Versammlung handfeste materielle Zusagen, insbesondere eine Anpassung der Pensionen, deren Wert durch den Währungsverfall des Franc stark gemindert ist.[2] Verbandspräsident Rossignol betonte abschließend, die rege Teilnahme beweise, dass jene, die Frankreich einst retteten, bereit seien, „erneut alles zu versuchen, wenn das Heil des Landes es erfordert“.[2]