Der langwierige südamerikanische Konflikt um die Provinzen Tacna und Arica, der die diplomatischen Beziehungen der Andenstaaten seit Jahren schwer belastet, scheint in eine neue entscheidende Phase einzutreten. Wie das spanische Blatt El Sol berichtet, ist eine territoriale Aufteilung der strittigen Gebiete zwischen Chile, Peru und Bolivien nunmehr als offizielle Grundlage für die laufenden Verhandlungen akzeptiert worden.[1] Dies bestätigten amerikanische Beamte, die der dortigen Abstimmungskommission angehören.[1] In diplomatischen Kreisen sucht man nun nach einem endgültigen Ausweg, um den langwierigen Streit der Nachbarstaaten zu beenden.[1]
Besonderes Augenmerk liegt bei diesen Erwägungen auf der Einbindung der Regierung in La Paz. Aus der Kölnischen Zeitung geht hervor, dass die beabsichtigte Teilung des umkämpften Areals so gestaltet werden soll, dass Bolivien nach langer Zeit erneut einen souveränen Zugang zum Pazifischen Ozean erhält.[2]
Auch in den Vereinigten Staaten betrachtet man diese Entwicklung mit deutlichem Wohlwollen. Nach Angaben von El Sol steht der amerikanische Außenminister Kellogg dem neuen Teilungsplan positiv gegenüber.[1] Unterdessen mehren sich in Nordamerika die Stimmen, dass Peru die ursprünglich angesetzte Volksabstimmung in den Provinzen endgültig nicht akzeptieren werde.[1] Zur Begründung dürfte Lima aller Voraussicht nach jene Bedenken anführen, die bereits zuvor von den amerikanischen Generälen Pershing und Lassiter in den Vordergrund gerückt worden waren.[1] Diese hatten bekanntlich ernste Zweifel an der Möglichkeit geäußert, unter den gegenwärtigen Umständen ein gerechtes Plebiszit abzuhalten.